Rente / 19.01.2021

Beschäftigte rücken im Schnitt näher an die Rente

Altersübergangs-Report: Arbeitnehmer wurden von 2013 bis 2019 um durchschnittlich 0,6 Jahre älter – mit großen Unterschieden bei einzelnen Berufen.

Bild zum Beitrag "Beschäftigte werden im Schnitt älter – aber nicht in jedem Beruf". Das Bild zeigte eine ältere Arbeitnehmerin in einer Werkstatt mit Stoffen.

Duisburg/Essen (sth). Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland rücken im Durchschnitt näher ans Rentenalter. Von 2013 bis 2019 stieg das durchschnittliche Alter der Beschäftigten von 41,5 auf 42,1 Jahre an. Allerdings gibt es bei der Altersentwicklung in den einzelnen Berufsgruppen deutliche Unterschiede. Während Arbeitskräfte in der Gastronomie und im Hotelgewerbe 2019 im Schnitt 37,9 Jahre alt waren, wurde bei Reinigungskräften ein Durchschnittsalter von 46,0 Jahren registriert. Das geht aus dem zweiten Teil des aktuellen Altersübergangsreports des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen hervor.

Der IAQ-Studie zufolge lässt sich in dem untersuchten Sechs-Jahres-Zeitraum ein "zahlenmäßiger Zuwachs insbesondere der älteren Beschäftigten (50 Jahre und älter)" feststellen. Dies könne auf eine „doppelte Alterung“ auf dem Arbeitsmarkt zurückgeführt werden, so die Sozialforscher Susanne Drescher und Martin Brussig. Zum einen blieben etwa durch die Schließung von Frühverrentungsmöglichkeiten die Beschäftigten länger erwerbstätig. Zudem gehöre die vergleichsweise große Gruppe der „Babyboomer“ (Geburtsjahrgänge 1955-1969) zunehmend zum Kreis der älteren Erwerbstätigen, heißt es in der Studie.

"Altersgipfel" bei jüngeren und bei älteren Arbeitnehmern

Im Vergleich der Jahre 2013 und 2019 lassen sich nach den Erkenntnissen der IAQ-Forscher jeweils zwei „Gipfel“ mit überdurchschnittlich hohen Beschäftigtenzahlen bei einzelnen Lebensjahren feststellen. Der erste Höhepunkt lag demnach im Jahr 2013 bei 30 bis 32 Jahren, im Jahr 2019 bei 29 bis 31 Jahren. Allerdings sei die Gruppe der 31-Jährigen im vorvergangenen Jahr um 19,4 Prozent größer gewesen als 2013, stellt der Altersübergangs-Monitor fest. Dies könne unter anderem "auf eine verbesserte wirtschaftliche Lage zurückgeführt werden, wodurch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten entstanden sind".

Der zweite "Altersgipfel" wurde 2019 der Studie zufolge in der Gruppe der über 50-Jährigen erreicht. Zwar sei dieser zweite Hochpunkt auch vor zwei Jahren "höher als der zweite Gipfel des Jahres 2013" gewesen, so die Studie – "aber der Unterschied fiel nicht ganz so groß aus". Dafür unterscheide sich die Lage der Beschäftigungs-Gipfelpunkte zwischen den Untersuchungen von 2013 und 2019, stellen die Wissenschaftler fest. Habe der zweite Gipfel des Jahres 2013 "noch bei 47 bis 49 Jahren gelegen, befand er sich im Jahr 2019 beim Alter 52 bis 54 Jahren".

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Autor

Stefan Thissen