Soziales / 09.03.2021

Beschäftigte wollen am Homeoffice festhalten

Die Deutschen haben sich ans Homeoffice gewöhnt. Kaum jemand will wieder zum vollen Präsenzbetrieb zurück, so eine Studie des IAB.

Beschäftigte wollen am Homeoffice festhalten. – Mann im Homeoffice lehnt sich in seinem Bürostuhl zurück und streckt sich.

Nürnberg (IAB). Etwa Dreiviertel aller Beschäftigten, die Homeoffice in teils hohem Umfang nutzen, sind damit zufrieden. Rund 70 Prozent wünschen sich für die Zukunft entweder einen flexiblen Einsatz oder eine regelmäßige Nutzung für zwei oder drei Tage pro Woche. Eine komplette Rückkehr zum Präsenzbetrieb wollen hingegen nur wenige. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Durch Homeoffice effizienter geworden

60 Prozent der Beschäftigten nehmen Homeoffice als hilfreich und als wenig oder nicht belastend wahr. Wer wenigstens gelegentlich von zu Hause arbeitet, schätzt die eigene Arbeit überwiegend effizienter ein als vor der Pandemie.

„Diese Entwicklung über die Zeit deutet auf Gewöhnungs- und Lerneffekte hin: Nach anfänglich notwendigen Anpassungsprozessen funktionierte der Umgang mit der neuen Arbeitsorganisation zunehmend besser“, so die Autorinnen und Autoren.

Die Gründe für und gegen Homeoffice haben sich verändert

Vorbehalte gegen Homeoffice und andere Hindernisse werden zunehmend abgebaut, so die Studie. Zum Zeitpunkt der Befragung im April und Mai 2020 nannten nur noch 17 Prozent der Beschäftigten ohne Homeoffice den Wunsch der Vorgesetzten nach Anwesenheit als Grund. Drei Jahre zuvor waren es noch über 60 Prozent.

Bei 18 Prozent der Beschäftigten, die ausschließlich im Betrieb arbeiteten, verhinderte der Wunsch nach einer Trennung von Beruf und Privatem das Arbeiten von zu Hause, vor der Pandemie galt dies noch für rund 50 Prozent.

Am stärksten aber sank der Anteil der Befragten, die aufgrund einer erschwerten Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen nicht im Homeoffice arbeiteten. 19 Prozent der Beschäftigten nannten diesen Grund, vor der Pandemie waren es noch 70 Prozent.

Autor

 Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)