Gesundheit / 01.11.2018

Bessere Bedingungen für Organspende

Einerseits mangelt es an Spendern, andererseits an Ressourcen in den Kliniken. Hier setzt ein neuer Gesetzentwurf an.

Berlin (dpa). Krankenhäuser in Deutschland sollen sich künftig besser um Organspenden kümmern können. Das sieht ein Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht hat.

Festgelegt werden soll unter anderem, dass Transplantationsbeauftragte in den Kliniken für diese Aufgabe verbindlich freigestellt werden und Zugang zu Intensivstationen bekommen.

Die Krankenhäuser sollen höhere Vergütungen der Krankenkassen erhalten. Mobile Ärzteteams sollen dafür sorgen, dass auch in kleineren Kliniken die medizinischen Voraussetzungen für Organ-Entnahmen festgestellt werden können.

Das Hauptproblem ist nicht die Spendebereitschaft

Spahn sagte, das Hauptproblem bei der Organspende sei nicht die Spendebereitschaft. Ein entscheidender Schlüssel liege vielmehr bei den Kliniken, denen häufig Zeit und Geld fehlten, um mögliche Spender zu identifizieren.

„Da setzen wir jetzt ganz konkret an.“ Das Gesetz werde Leben retten. „Das sind wir den 10.000 Menschen schuldig, die auf ein Spenderorgan warten.“

Die Zahl der Organspender hatte im vergangenen Jahr einen Tiefpunkt von 797 erreicht.

Dsa neue Gesetz soll 2019 in Kraft treten

Dem Gesetz muss noch der Bundestag zustimmen. In Kraft treten soll es voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019. Unabhängig davon wird im Bundestag über neue Organspende-Regeln diskutiert.

Weitere Informationen

www.bundesgesundheitsministerium.de
Das Bundesgesundheitsministerium zu den Zielen des Gesetzes

www.bundesgesundheitsministerium.de
Referentenentwurf eines Gesetzes für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende (PDF-Download)

Autor

 Deutsche Presseagentur