Finanzen / 26.05.2020

Betriebsrente: Karlsruhe bestätigt Versorgungsausgleich bei Scheidung

Urteil Bundesverfassungsgericht: Beim Versorgungsausgleich muss auch der Anteil an Betriebsrenten direkt vom Versorgungsträger kommen.

Betriebsrente: Karlsruhe bestätigt Versorgungsausgleich bei Scheidung. – Paar steht an getrennten Fenstern mit dem Rücken zum Raum.

Karlsruhe (dpa). Die Praxis, wie Betriebsrenten bei einer Scheidung zwischen den Eheleuten aufgeteilt werden, verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden.

Die Familiengerichte müssen künftig aber im konkreten Fall darauf achten, dass vor allem die Frauen bei der Berechnung ihrer Ansprüche nicht systematisch benachteiligt werden, wie der künftige Gerichtspräsident Stephan Harbarth am Dienstag bei der Urteilsverkündung in Karlsruhe sagte. (Aktenzeichen: 1 BvL 5/18).

Versorgungsausgleich: Rentenansprüche werden geteilt

Lässt sich ein Paar scheiden, werden die Rentenansprüche prinzipiell miteinander verrechnet. Das nennt sich Versorgungsausgleich. Bei den Betriebsrenten erhält die Frau – anders als bei allen anderen Renten – ihren Anteil nicht automatisch vom Versorgungsträger ihres Ex-Mannes.

Bei der Übertragung der Ansprüche an eine andere Unterstützungskasse kommt es wegen der Zinsentwicklung der letzten Jahre jedoch oft zu deutlichen Verlusten. Das Oberlandesgericht Hamm hatte das für verfassungswidrig gehalten und die Prüfung angestoßen.

Weitere Informationen

Rente und Scheidung: Versorgungsausgleich
Schwerpunkt-Thema auf ihre-vorsorge.de

Versorgungsausgleich und Frauen: Renten-Plus in Krisenzeiten
Magazin-Beitrag auf ihre-vorsorge.de

Autor

 Deutsche Presseagentur