Soziales / 20.05.2020

Betrug bei Kurzarbeit „kein Massenphänomen“

Schlechte Karten für Betrüger: Schummeln bei Kurzarbeit-Anträgen lohnt sich nicht. Denn am Ende prüft die Arbeitsagentur genau nach.

Betrug bei Kurzarbeit „kein Massenphänomen“. – Antrag auf Kurzarbeitergeld, darauf liegt ein Kugelschreiber und Münzen sowie Geldscheine.

Nürnberg (dpa). Die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg stellt Betrugsversuche in Zusammenarbeit mit Anträgen auf Kurzarbeit während der Corona-Pandemie fest. „Es kommt vor, ist aber kein Massenphänomen“, sagte BA-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach der „Zeit“ in einem Interview.

Ein typischer Fall sei, dass Kleinunternehmer noch kurz vor der Antragstellung Familienangehörige, teils zu überhöhten Gehältern anstellten, sagte BA-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach der „Zeit“. In anderen Fällen arbeiteten Kurzarbeiter mehr Stunden als offiziell gemeldet.

Abgerechnet wird zum Schluss

Die Bundesagentur bearbeite die Anträge zunächst sehr rasch. Allerdings werde es bei der Endabrechnung eine genauere Prüfung geben. „Wenn in einem Betrieb die Kurzarbeit endet, machen wir die Schlussabrechnung. Da schauen wir dann sehr genau hin. Wir lassen uns die Stundenzettel einzelner Mitarbeiter vorlegen, prüfen Urlaubslisten und Lohnabrechnungen. Das machen wir stichprobenartig und bei Verdachtsfällen“, sagte Terzenbach der Zeitung.

Arbeitsagentur wird Verdachtsfälle sorgfältig prüfen

Die Bundesagentur sei nicht naiv und habe einen langen Atem. In der Finanzkrise 2009, als die bisher meisten Kurzarbeiter in Deutschland registriert worden waren, seien 1,4 Prozent der Fälle wegen Betrugsverdachts an die Ermittlungsbehörden weitergereicht worden. Damals wurden in der Spitze 1,44 Millionen Kurzarbeiter gezählt. In der Corona-Pandemie rechnet die Bundesagentur mit bis zu 8 Millionen Kurzarbeitern, Anmeldungen liegen sogar für weit mehr als zehn Millionen vor.

Autor

 Deutsche Presseagentur