Rente / 21.05.2019

"Bindung der Rente an Lebenserwartung ratsam"

Monatsbericht der Bundesbank fordert erneut, das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung in das künftige Rentenalter einzubeziehen.

Eurosymbol vor der EZB – Bildnachweis: istockphoto.com © AndresGarciaM

Frankfurt (sth). Zum wiederholten Male hat sich die Bundesbank dafür stark gemacht, das Renteneintrittsalter langfristig an die allgemeine Lebensdauer zu koppeln. Für die Zeit nach 2030 sei es "ratsam, das gesetzliche Rentenalter wie derzeit bereits in einigen Ländern an die (steigende) Lebenserwartung zu binden", heißt es im neuen Monatsbericht der Währungshüter. Anderenfalls würden die "kohortenspezifischen Rentenjahre im Vergleich zu den entsprechenden Beitragsjahren immer gewichtiger", schreibt die Bundesbank.

Zur finanziellen Lage der Rentenversicherer heißt es, im ersten Quartal 2019 habe die gesetzliche Rentenversicherung ein Defizit von einer halben Milliarde Euro verzeichnet. Im Vorjahresvergleich sei das Ergebnis damit um eine halbe Milliarde Euro günstiger ausgefallen. Einem Ausgabenzuwachs von vier Prozent habe wegen der nach wie vor guten Beschäftigungsentwicklung ein Einnahmen-Plus von fünf Prozent gegenüber gestanden, so die Bundesbank.

Für das laufende Jahr erwartet die deutsche Notenbank eine deutliche Beschleunigung beim Ausgabenwachstum – vor allem aufgrund der Nach- und Auszahlung der höheren Mütterrenten sowie der Rentenanpassung zum 1. Juli –, während sich die Einnahmen "relativ stabil entwickeln" dürften. Damit sei ein "deutlich schlechteres Ergebnis" als im Vorjahr zu erwarten. Nach dem hohen Überschuss 2018 könne der Haushalt der Rentenversicherung im laufenden Jahr "mehr oder weniger ausgeglichen abschließen", heißt es im Bericht der Bundesbank. 

Mehr zum Thema:

www.bundesbank.de

Monatsbericht der Bundesbank für Mai 2019 (Kapitel "Öffentliche Finanzen") – im pdf-Format

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Autor

Stefan Thissen