Rente / 12.10.2020

Bis 2024: Steuern für die Rente steigen auf 120 Milliarden Euro

Eine ursprünglich ab 2021 geplante weitere jährliche Zahlung von zwei Milliarden Euro bis 2025 findet sich im neuen Finanzplan nicht mehr.

Bild zum Beitrag "". Das Bild zeigt viele Banknoten.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Steuerzuweisungen an die gesetzliche Rentenversicherung werden in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen. Wie aus dem aktuellen Finanzplan des Bundes hervorgeht, soll die Beteiligung des Bundes an den Kosten der Rentenversicherung für soziale Ausgleichsleistungen bis zum Jahr 2024 auf 119,5 Milliarden Euro steigen. In diesem Jahr belaufen sich die Bundesmittel für die Rentenversicherung voraussichtlich auf 101,8 Milliarden Euro. Damit würden die Steuermittel an die Rentenkassen in den kommenden vier Jahren um mehr als 17 Prozent steigen. 

Für das kommende Jahr kann die Rentenversicherung den Planungen zufolge mit Steuerzuweisungen von 106,2 Milliarden Euro rechnen. Damit würde zum zweiten Mal die 100-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Die Ansätze bildeten die Ergebnisse der Renten- und Steuerschätzung vom September 2020 ab, heißt es in dem als Unterrichtung durch die Bundesregierung vorgelegten Finanzplan. Bis zum Jahr 2022 wirke sich der gleichbleibend hohe Rentenbeitrag von 18,6 Prozent noch "stabilisierend" aus. In den Jahren 2023 und 2024 würden sich die Bundeszahlungen an die Rentenversicherung jedoch aufgrund steigender Beitragssätze anteilig erhöhen.

Steigende Löhne und mehr Kinder erhöhen die Steuerzuweisungen

Ausgabenerhöhend wirken sich dem Regierungspapier zufolge die Lohnentwicklung sowie die steigende Zahl der unter Dreijährigen aus, für die der Bund seit 1999 Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung zahlt. Zudem erhöhe sich seit dem vergangenen Jahr schrittweise der allgemeine Bundeszuschuss "um insgesamt rund 0,5 Milliarden Euro jährlich bis auf rund zwei Milliarden Euro im Jahr 2022". Darüber hinaus trete im Jahr 2022 eine zweite, im Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz beschlossene stufenweise Erhöhung in Kraft, die bis 2025 auf weitere rund zwei Milliarden Euro steige, heißt es im Finanzplan der Regierung.

Zudem werde der allgemeine Bundeszuschuss ab dem Finanzplanjahr 2022 "zweckgebunden um jährlich 0,5 Milliarden Euro (dynamisiert) erhöht, um eine Rücklage bei der Rentenversicherung zu befüllen". Die noch im Vorjahr ab 2021 geplante weitere jährliche Zahlung von zwei Milliarden Euro an die "Demografievorsorge Rente" zur Absicherung eines maximalen Beitrages von 20 Prozent bis 2025 findet sich im neuen Finanzplan nicht mehr.

Autorenbild

Autor

Stefan Thissen