Finanzen / 27.10.2020

Bis dass der Tüv uns scheidet? So verliert die HU an Schrecken

Besitzer älterer Autos stellen sich vor der Hauptuntersuchung oft die Frage: Schafft es der Wagen noch? Eine gute Vorbereitung hilft!

Stuttgart (dpa/tmn) - Jedes Auto muss regelmäßig zum Tüv, wie es umgangssprachlich heißt. Gemeint ist die Hauptuntersuchung (HU). Die kann von verschiedenen Prüforganisationen wie Dekra, KÜS, GTÜ oder eben auch Tüv-Organisationen durchgeführt werden.

Die Hauptuntersuchungen sollen sicherstellen, dass kein verkehrsuntaugliches oder nicht vorschriftsgemäßes Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilnimmt, erläutert der ADAC. Dabei gehe es vor allem um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Zur HU gehört jedoch auch eine Abgasuntersuchung (AU), in der überprüft wird, ob das Fahrzeug nicht zu viele Abgase ausstößt.

Autofahrer können vieles vorbereiten

Wer sich unsicher ist, ob sein Wagen die HU ohne Mängel überstehen wird, kann vorab selbst einige Punkte auf der Prüfliste abhaken. Dazu ist nicht gleich die Fahrt in eine Werkstatt notwendig.

«Geprüft wird beispielsweise, ob die Nummernschilder gut sichtbar und sicher befestigt sind, ob Innen- und Außenspiegel funktionsfähig sind und ob das Reifenprofil noch bei mindestens 1,6 Millimeter liegt», sagt Melanie Mikulla vom ADAC.

Was oft vergessen wird: Ein Fahrzeug muss mit allen eingetragenen Anbauteilen vorgestellt werden. Dazu zählen etwa auch eine abnehmbare Anhängerkupplung oder Zusatzsitze. «Wer mit einem E-Auto oder einem Plug-in-Hybriden zur Hauptuntersuchung fährt, muss auch das Ladekabel an Bord haben», ergänzt Mikulla.

Geld sparen kann auch, wer die komplette Beleuchtung vorab einem Check unterzieht. Alle lichttechnischen Einrichtungen am Fahrzeug müssen einwandfrei funktionieren. «Die Reflektoren im Scheinwerfergehäuse dürfen nicht blind, die Gehäuse nicht beschädigt sein», beschreibt Thorsten Peter von der Prüforganisation KÜS. «Sind Birnchen kaputt, lassen die sich in der Regel schnell tauschen. Für eine gute Sicht sollte zudem die Scheibenwaschanlage funktionieren, darüber hinaus müssen die Wischer in gutem Zustand sein.»

An Papiere denken und banale Mängel vermeiden

Natürlich dürfen bestimmte Papiere beim Prüftermin nicht fehlen. «Mit dabei sein muss auf jeden Fall die Zulassungsbescheinigung Teil 1, also der frühere Fahrzeugschein, sowie der AU-Nachweis, falls die Abgasuntersuchung schon vorab in einer Werkstatt durchgeführt wurde», sagt Wolfgang Sigloch von Dekra.

Wurden Veränderungen am Fahrzeug durchgeführt, zum Beispiel Räder in Sondergrößen oder ein anderer Schalldämpfer montiert, müssen hierfür die entsprechenden Unterlagen vorgelegt werden.

Notiert der Prüfer Mängel auf dem Prüfbericht, sind manchmal eigentlich banale Dinge schuld: «Ein Klassiker sind das fehlende Warndreieck oder die nicht vorhandene Warnweste», sagt Sigloch. Sehr schnell überprüfen könne jeder zudem, ob die Hupe funktioniert.

Autor

 Deutsche Presseagentur