Gesundheit / 02.09.2020

„Body Positivity“ legitimiert Risiken nicht

Es ist gut, den eigenen Körper zu lieben. Doch sollte man die Risiken von Über- oder Untergewicht nicht mit „Body Positivity“ rechtfertigen.

Junge Frau mit leichtem Übergewicht steht in einer Latzhose in der Küche.

Essen (dpa/tmn). Die „Body Positivity“-Bewegung setzt sich dafür ein, den eigenen Körper zu lieben und offen zu vermeintlichen Makeln stehen. Vor allem Frauen schließen sich diesem Trend an, als eine Art Gegenströmung zu all den Fotos von Models und Influencern in sozialen Medien, die auf jedem Bild strahlend schön und schlank erscheinen.

Gegenbewegung zur Körperoptimierungs-Kultur

Aus psychologischer Sicht sei die Bewegung differenziert zu betrachten, sagt Prof. Björn Enno Hermans, Diplom-Psychologe und systemischer Therapeut aus Essen. „Man sollte gesellschaftlich etwas Druck rausnehmen und lernen, dass man Selbstzufriedenheit nicht nur über einen scheinbar optimalen Körper erreichen kann“, sagt er. Hierbei könne die Bewegung einen Beitrag leisten.

Gesunde Selbstakzeptanz statt Extreme

„Auf der anderen Seite darf Body Positivity auch nicht zu einer Legitimation von körperlichen und gesundheitlichen Zuständen führen, die eindeutig ein Risiko darstellen können – zum Beispiel sollte Adipositas dadurch nicht positiv konnotiert werden“, so Hermans.

„Es gibt objektivierbare gesundheitliche Risiken für sehr dicke und auch für sehr dünne Menschen“, betont er. Den meisten Anhängern von Body Positivity geht es aber nicht um diese Extreme, sondern um die vielen Körperformen, die irgendwo dazwischen liegen.

Autor

 Deutsche Presseagentur – Themendienst