Soziales / 06.10.2020

„Bürokratiemonster“: Unionspolitiker gegen Homeoffice-Gesetz

Arbeitsminister Heil will einen Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr. Vom Unionspartner kommt harsche Kritik.

Junge Frau sitzt am Schreibtisch und sichtet Unterlagen. – Bildnachweis: wdv.de © Jan Lauer

Berlin (dpa). Der von Arbeitsminister Hubertus Heil ins Spiel gebrachte Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice pro Jahr für Arbeitnehmer stößt innerhalb der Regierungskoalition auf Widerstand.

Der SPD-Politiker sei „mit seinen neuen Regulierungsfantasien auf dem Holzweg“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Montag. Deutschland habe gezeigt, dass Homeoffice im Zuge von Corona vielerorts zur Selbstverständlichkeit geworden sei. „Wir brauchen ein modernes Arbeitsrecht und keine neuen Bürokratiemonster: Für die einen sind 24 Homeoffice-Tage zu viel, für die anderen viel zu wenig“, sagte Blume.

„Wir brauchen weniger Bürokratie“

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ließ seine Skepsis gegenüber einem geplanten Recht auf Homeoffice bekräftigen. Eine Sprecherin verwies auf Aussagen des Ministers vom Frühjahr. Damals hatte Altmaier gesagt: „Wir brauchen vor allem weniger Bürokratie, nicht immer neue staatliche Garantien.“

„Gut für die Umwelt“

Unterstützung erhielt Heil von Bundesumweltministerin und Parteikollegin Svenja Schulze. „Ein Recht auf mobiles Arbeiten stärkt die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und ist zugleich gut für die Umwelt. Wir haben in der Corona-Krise gelernt, dass mobiles Arbeiten in vielen Bereichen funktionieren kann. Es hilft dabei, Staus und Pendelverkehre abzubauen“, sagte Schulze am Montag.

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 Deutsche Presseagentur