Rente / 24.08.2017

Bufdis helfen – und steigern Rente

Freiwillige können auch für Flüchtlinge arbeiten. Sie erhöhen damit ihren Rentenanspruch.

Berlin/Offenbach (sth). Rund 38.000 Bürgerinnen und Bürger haben im Juli dieses Jahres einen Bundesfreiwilligendienst abgeleistet. Das geht aus aktuellen Angaben des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hervor. Die größte Gruppe darunter waren demnach knapp 27.000 „Bufdis“ unter 27 Jahren – etwa 14.600 Frauen und rund 12.200 Männer. In den übrigen Altersklassen lag die Zahl der freiwilligen Helfer deutlich niedriger. Die kleinste Gruppe stellten Rentnerinnen und Rentner ab 65 mit nur etwa 350 „Bufdis“ dar (siehe auch erster Link unten).

Seit dem 1. Dezember 2015 gibt es wegen des Hilfsbedarfs bei der Flüchtlingsintegration zusätzlich zum regulären BFD ein Sonderprogramm der Bundesregierung mit bis zu 10.000 weiteren Stellen. Der BFD mit Flüchtlingsbezug steht sowohl einheimischen Freiwilligen als auch Asylberechtigten und Asylbewerbern mit guter Bleibeperspektive offen. Flüchtlinge haben zudem die Möglichkeit, einen BFD auch in den regulären Bereichen abzuleisten – zum Beispiel in einem Pflegeheim, Mehrgenerationenhaus oder Sportverein.

Sonderprogramm „BFD mit Flüchtlingsbezug“

Das Sonderprogramm „BFD mit Flüchtlingsbezug" ist bis zum 31. Dezember 2018 befristet. Vorbehaltlich der Wirksamkeit der Haushaltsgesetze der entsprechenden Haushaltsjahre stehen dafür im Bundeshaushalt ab 2016 jährlich zusätzlich 50 Millionen Euro bereit. Die Plätze werden jeweils zur Hälfte von der Zentralstelle des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) und den verbandlichen Zentralstellen vergeben und verwaltet. Für das Sonderprogramm gelten einige Sonderregelungen gegenüber dem Regel-BFD.

Der BFD steht generell allen Mädchen und Jungen, Frauen und Männer sowie Seniorinnen und Senioren offen. Sie können sich gemeinwohlorientiert im sozialen und ökologischen Bereich, aber auch in weiteren Bereichen wie Sport, Integration, Kultur und Bildung sowie im Zivil- und Katastrophenschutz engagieren. Wichtig dabei ist nur, dass die Schule abgeschlossen wurde.

Dienstlänge und Bemessung der Rentenbeiträge

Das Engagement im BFD dauert in der Regel zwölf Monate, kann aber zwischen sechs und 24 Monaten lang sein und ist für alle, die älter als 27 Jahre alt sind, auch in Teilzeit möglich. Der freiwillige Einsatz kann auch als Praktikum angerechnet und zur Überbrückung von Wartezeiten, etwa im Studium, genutzt werden. Die Freiwilligen werden während ihres Engagements fachlich angeleitet und besuchen Seminare, etwa zu politischer Bildung. Das freiwillige Engagement soll soziale, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl stärken.

Grundlage des Rentenanspruchs von Bundesfreiwilligendienstleistenden („Bufdis“) ist das vom Träger der jeweiligen Dienststelle gezahlte Taschengeld. Es darf höchstens 6 Prozent der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze betragen, in diesem Jahr sind dies 381 Euro. Erhält die oder der Bufdi auch Sachleistungen wie Unterkunft, Verpflegung oder Arbeitskleidung, werden sie für den Rentenbeitrag mitgezählt.

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Autor

Stefan Thissen