Finanzen / 27.10.2017

Bundesfinanzhof zieht Herzkarte

Profi-Kartenspieler zockte zehn Jahre mit dem Finanzamt um seine Gewinne. Dann trumpfte der Finanzhof auf und zeigte ein Herz fürs Pokern.

München (dpa) Der Bundesfinanzhof erfreut Profi-Zocker: Berufsmäßige Pokerspieler müssen keine Umsatzsteuer auf ihre Preisgelder und Spielgewinne zahlen, wie Deutschlands höchstes Finanzgericht entschieden hat. Damit hat ein in der Szene bekannter Spieler aus Nordrhein-Westfalen nach knapp zehnjährigem Streit endgültig gegen sein Finanzamt gewonnen.

Für Gewinne wird nur Einkommenssteuer fällig

Der Fiskus wertete nämlich das Pokerspiel als "unternehmerische Tätigkeit" und verlangte dementsprechend Umsatzsteuer. Doch der Bundesfinanzhof sieht das anders: Preisgelder und Spielgewinne beim Poker sind demnach kein Lohn für eine umsatzsteuerpflichtige Dienstleistung - denn der Spieler kassiert nicht grundsätzlich für die Teilnahme am Spiel, sondern nur fürs Gewinnen. Da auch Steuerstreitigkeiten dem Steuergeheimnis unterliegen, macht der Bundesfinanzhof grundsätzlich keine Angaben zu den Klägern oder den Summen, um die es geht.

Das Urteil bedeutet jedoch nicht, dass Pokern grundsätzlich steuerfrei wäre: Wenn ein Spieler Antrittsgeld allein für die Teilnahme an einem Turnier erhält, erbringt er damit laut Bundesfinanzhof tatsächlich eine umsatzsteuerpflichtige Dienstleistung für den Veranstalter. Und abgesehen davon weist der Bundesfinanzhof in der Mitteilung eigens darauf hin, dass für Pokergewinne die Einkommensteuer fällig werden kann.

Autor

 Deutsche Presseagentur