Rente / 20.03.2019

Bundesregierung plant Online-Renten-Check

Mit wenigen Klicks soll jeder erfahren, welche Altersvorsorgeansprüche er bisher erworben hat. Doch die Probleme bei der Umsetzung sind groß.

Mann zeigt auf Tabellen am Bildschirm – Bildnachweis: Fotolia.com © contrastwerkstatt

Berlin (dpa/sth). Die Bundesregierung plant die Einführung eines neuen Renten-Checks, der die Versorgungsleistungen im Alter aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente erstmals gebündelt erfassen und darstellen soll. Das Bundesarbeitsministerium bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag, zusammen mit dem Finanzministerium an einem Projekt "zur Entwicklung der konzeptionellen Grundlagen für die Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation" zu arbeiten. Ziel sei es, den Bürgern bald eine Übersicht mit Informationen zur Absicherung im Alter aus allen drei Säulen der Alterssicherung an die Hand geben zu können. Ein entsprechendes Forschungsvorhaben werde "in Kürze abgeschlossen und veröffentlicht".

Die "Bild"-Zeitung berichtete, der neue gebündelte Check solle über das Internet abrufbar sein. Ob das Ganze tatsächlich in einem Onlinetool münde, ist nach Ministeriumsangaben aber noch nicht ausgemacht. "Wie die säulenübergreifende Renteninformation umgesetzt wird, bleibt abzuwarten", hieß es. Auf dem Weg zu dem neuen Rentencheck müssten noch viele Fragen geklärt werden - "etwa bezüglich der Grundausrichtung, aber auch organisatorische, verwaltungstechnische, rechtliche und Datenschutzfragen".

Rentenversicherung macht bereits Druck

Die Deutsche Rentenversicherung hatte in der schon seit Jahren laufenden Debatte um eine gemeinsame Information aller Anbieter von Altersvorsorgeprodukten im Herbst vergangenen Jahres Druck gemacht. Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, forderte damals, die unterschiedlichen Strukturen der Vorsorgesysteme in Deutschland nicht länger als Ausrede für Verzögerungen bei der Einführung einer sogenannten Drei-Säulen-Vorsorgeinformation zu nutzen.

Statt nur auf einen ,großen Wurf' in einem Anlauf zu setzen plädierte Roßbach dafür, "mit ersten kleinen Schritten anzufangen". Damit komme man dem gewünschten Ziel "vermutlich schneller näher als mit dem Versuch der ,perfekten' Lösung in einem Wurf". Zur Begründung verwies sie auf Erfahrungen in anderen Ländern, in denen man bei der Einführung einer solchen Information ebenfalls schrittweise vorgegangen sei.

Allerdings hatte der Leiter der Forschungsabteilung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, Reinhold Thiede, im Sommer vergangenen Jahres auch die Schwierigkeiten auf dem Weg zu einer Drei-Säulen-Vorsorgeinformation deutlich gemacht. Das Hauptproblem bei der Zusammenführung der jährlichen Übersichten von gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge-Dienstleistern seien die kaum vergleichbaren Angaben, sagte Thiede damals. So sei immer noch offen, wie die unterschiedlichen Werte, mit denen umlagefinanzierte und kapitalgedeckte Altersvorsorgesysteme arbeiten, so ausgewiesen werden können, "dass sie für die Versicherten nutzbar sind".

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu den Folien eines Vortrags von Reinhold Thiede, Bereichsleiter für Forschungsfragen bei der Deutschen Rentenversicherung, vom Juli 2018 (im pdf-Format)