Gesundheit / 02.07.2020

Bundesregierung will mehr für Demenzerkrankte tun

Die Gesellschaft wird älter, Demenzerkrankungen nehmen zu. Zeit, sich Gedanken über eine Strategie zur Vernetzung und Beratung zu machen.

Seniorin sitzt an einem Tisch und macht ein Blumenpuzzle als geistige Übung und Demenzprophylaxe.

Berlin (dpa). Angesichts der alternden Gesellschaft in Deutschland will die Bundesregierung künftig bessere Rahmenbedingungen für Menschen mit Demenz schaffen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch eine „Nationale Demenzstrategie“.

Im September solle mit den Partnern zusammen die konkrete Umsetzung starten. 2026 werde Bilanz gezogen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Derzeit sind den Angaben zufolge rund 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, 2050 könnte die Zahl bei 2,8 Millionen liegen.

Bessere Vernetzung und Beratungsangebote

Nach diesen Angaben wurden für die Strategie 27 Ziele formuliert und insgesamt rund 160 Maßnahmen vereinbart. Dazu gehören unter anderem lokale Netzwerke für Beratung und Unterstützung von Betroffenen und Angehörigen sowie Netzwerke zur pflegerischen Versorgung, für die die Mittel aus der Pflegeversicherung deutlich erhöht werden sollen.

Professionelle und ehrenamtliche Unterstützungs- und Beratungsangebote sollen – gerade für die schwierige erste Phase – ausgebaut werden.

Angehörige von Demenzerkrankten entlasten

Um Angehörigen von Demenzkranken die Möglichkeit zu geben, Pflege und Beruf zu vereinbaren, sollen Unternehmen, Kommunen und pflegende Angehörige Strategien entwickeln und Netzwerke knüpfen. Das Seniorenministerium richtet dafür auf Bundesebene eine „Regiestelle“ ein.

Forschung soll gebündelt und intensiviert werden

Verschiedene Forschungseinrichtungen sollen durch den Aufbau eines nationalen klinischen Demenzforschungsnetzwerks und eines Netzwerks zur Demenzversorgungsforschung gefördert und der Zugang zu Daten für Forschungszwecke erleichtert werden.

Bündnispartner für ein demenzfreundliches Deutschland sind demnach die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Länder und Kommunen, die Verbände des Gesundheitswesens und der Pflege, die Sozialversicherungsträger.

Autor

 Deutsche Presseagentur