Finanzen / 28.07.2020

Chef der Wirtschaftsweisen warnt vor Rückschlägen für Konjunktur

Die deutsche Wirtschaft erholt sich zwar, aber das weltweit schwankende Infektionsgeschehen erschwert Konjunkturprognosen.

Rote Coronaviren mit Aktienkurve und mehreren Stapeln Münzen vor einer Weltkarte.

Düsseldorf (dpa). Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, bleibt mit Blick auf die Konjunktur vorsichtig. „Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland ist beträchtlich“, sagte Feld angesichts guter Frühindikatoren dem „Handelsblatt“ (Montag).

Allerdings warnte er vor zu viel Euphorie: Nach dem extrem tiefen Absturz der Wirtschaftsleistung im April und Mai sei der Weg aus der Rezession lang. „Wie die Erholung weitergehen wird, hängt maßgeblich vom Infektionsgeschehen ab“, betonte Feld. Wenn die Zahlen der Neuinfektionen stark stiegen, könnten neuerliche Beschränkungen die Erholung bremsen.

Vorsicht bei Prognosen: Pandemie-Geschehen nicht vorhersagbar

„Was mich nachdenklich stimmt, sind die härteren Maßnahmen etwa in der Schweiz, Österreich und Frankreich, wo die Öffnung teilweise zurückgenommen wird“, sagte Feld. Wirklich besorgniserregend sei aber die Entwicklung in den USA. „Sie könnte auf die Exportwirtschaft durchschlagen“, erklärte Feld und fügte hinzu: „Ich rate deshalb weiter zur Vorsicht bei Konjunkturprognosen.“

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 Deutsche Presseagentur