Gesundheit / 08.09.2020

Corona-Effekt: Lieferengpässe für Medikamente möglich

Was passiert, wenn Arzneimittelhersteller von einem Lockdown betroffen sind? Experten fürchten Versorgungslücken für wichtige Medikamente.

Verschiedene Pillen, Kapseln und Tabletten liegen einzeln auf auf einem Oberfläche.

Bonn (dpa). In der Corona-Pandemie sehen Experten Risiken für zunehmende Lieferengpässe bei bestimmten Arzneimitteln und Impfstoffen. Deren Herstellung sei globalisiert und stark spezialisiert, schilderten der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Wenn es für einen wichtigen Wirkstoff nur einen Produzenten gebe und dieser von einem Lockdown betroffen sei, könne es schwerwiegende Folgen auch für die Versorgung in Deutschland haben, sagte Martin Schulz, Geschäftsführer Arzneimittel bei der ABDA.

Beunruhigende Anzahl von Meldungen über Lieferengpässe

Zu Beginn der Pandemie sei man in Sorge gewesen, dass zentrale Substanzen wie Propofol für künstliche Beatmung oder das in der Intensivmedizin nötige Adrenalin knapp werden, schilderte Ärztepräsident Klaus Reinhardt jüngst im „Tagesspiegel“. Auch bei einigen Impfstoffen sei es vorübergehend zu Engpässen gekommen, was beunruhigend sei.

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM/Bonn) liegen derzeit 317 Lieferengpassmeldungen vor (Stand 30.8.). Sie betreffen 138 Wirkstoffe, 87 von ihnen seien versorgungsrelevant.

Autor

 Deutsche Presseagentur