Gesundheit / 23.04.2021

Corona-Impfung für alle voraussichtlich ab Juni

Die festgelegte Impfreihenfolge dürfte schon in wenigen Wochen fallen. Davon gehen Gesundheitsminister Spahn und Kanzleramtschef Braun aus.

Corona-Impfung für alle voraussichtlich ab Juni. – Hände in blauen Handschuhen ziehen eine Impfspritze auf, im Hintergrund das Modell eines Corona-Virus.

Berlin (dpa). Bei den Corona-Impfungen in Deutschland könnte aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wohl im Juni die offiziell festgelegte Reihenfolge nicht mehr nötig sein. Wenn es früher sein sollte, wäre er froh, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundesrat. Er gehe – Stand heute – aber davon aus, dass die Priorisierung im Juni aufgehoben werden könne.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun erwartet, dass man die Priorisierung Anfang Juni aussetzen könne. Er warnte allerdings gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ vor überzogenen Erwartungen. „Das heißt nicht, dass dann schon Anfang Juni für alle genug Impfstoff vorhanden sein wird“, betonte der CDU-Politiker. Auch dann werde es noch Wartezeiten für Impfwillige geben. Es bleibe aber dabei, dass man bis zum Sommer jedem ein Impfangebot machen könne.

Ab Juni Impfung für alle über Betriebs- und Hausärzte

Braun skizzierte den möglichen Zeitplan wie folgt: „Wenn die Hersteller so liefern, wie sie es uns versprochen haben, dann werden wir im Laufe des Mai so viel Impfstoff bekommen, dass wir allen, die eine Priorisierung haben, ein Impfangebot machen können.“ Dann könne man im Juni beginnen, über die Betriebsärzte und über die Hausärzte auch die breite Bevölkerung zu impfen.

Unterschiedliche Länderregelungen für Astrazeneca-Impfstoff

In Sachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wurde der Impfstoff von Astrazeneca in dieser Woche für alle Altersgruppen freigegeben. Für Menschen unter 60 Jahren soll die Impfung aber nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Wegen sehr seltener Fälle von Blutgerinnseln soll der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland seit Ende März in der Regel nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden.

In Hamburg befürwortete die Gesundheitsbehörde mehr Flexibilität im Umgang mit Astrazeneca – allerdings nur, wenn genügend Impfstoff bereit stehe. Baden-Württemberg hingegen will Astrazeneca weiterhin nicht für alle Altersgruppen freigeben, solange nicht mehr Impfstoff zur Verfügung steht, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mitteilte. Auch Thüringen hält nach Angaben des Gesundheitsministeriums vorerst an einer Priorisierung fest.

Autor

 Deutsche Presseagentur