Soziales / 07.05.2020

Corona-Krise verschärft Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Sinkende Azubizahlen bedeuten sinkenden Fachkräftenachwuchs. Droht jetzt ein „Corona-Crash“ auf dem Ausbildungsmarkt?

Zwei Auszubildende im Handwerk ziehen sich Atemschutzmasken an.

Berlin (dpa). Die Corona-Krise beschleunigt nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) den Rückgang der Ausbildungsplätze in Deutschland. Derzeit gebe es ein Minus bei den angebotenen Lehrstellen von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, sagte die CDU-Politikerin. Allerdings könne es laut Bundesagentur für Arbeit auch noch zu einem Aufholprozess im August und September kommen, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besser abschätzbar seien. Wirtschaft, Gewerkschaften und Opposition erneuerten am Mittwoch Forderungen nach staatlichen Hilfen, um ein weiteres Wegbrechen von Ausbildungsplätzen zu verhindern.

Ausbildungsstellen brechen weg – das verschärft den Fachkräftemangel

Dass es auf dem Lehrstellenmarkt auch ohne Corona schon Probleme gab, zeigt der jährliche Berufsbildungsbericht, der am Mittwoch Thema im Bundeskabinett war und anschließend veröffentlicht wurde. Der Bericht gibt Auskunft über die Situation auf dem Lehrstellenmarkt im vergangenen Jahr.

Demnach boten die Betriebe 2019 rund 11.000 Ausbildungsstellen weniger an als 2018. Das Angebot lag bei knapp 578.000. Gleichzeitig sank aber auch die Zahl der Bewerber von 556.000 auf knapp 550.000. Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge ging um 6.300 auf 525.100 zurück. Rechnerisch bestand damit zwar weiterhin ein Überangebot, aber sinkende Azubizahlen bedeuten auch sinkenden Fachkräftenachwuchs.

Der Rückgang ist im Wesentlichen auf das Handwerk sowie Industrie und Handel zurückzuführen“, heißt es in dem Bericht. Das Bildungsministerium wies zudem auf den demografischen Wandel und eine geringere Zahl an Absolventen von allgemeinbildenden Schulen hin.

Droht ein „Corona-Crash“ auf dem Ausbildungsmarkt?

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte vor einem „Corona-Crash“ auf dem Ausbildungsmarkt und forderte einen Bonus für Unternehmen, die Azubis aus insolventen Betrieben übernehmen. Forderungen nach finanzieller Unterstützung kamen auch aus der IG Metall und von Wirtschaftsverbänden.

Weitere Informationen

www.rentenblicker.de
Infos rund um Altersvorsorge und Rente für Azubis und Berufsstarter

Autor

 Deutsche Presseagentur