Rente / 25.05.2020

Corona: Rücklage der Rentenversicherung sinkt langsam

Auswirkungen durch die Krise sind begrenzt, da auch während des Bezugs von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld Rentenbeiträge gezahlt werden.

Bild zum Beitrag "Corona: Rücklage der Rentenversicherung sinkt langsam". Das Bild zeigt viele Banknoten.

Berlin (dpa/sth). Infolge der Corona-Krise sinkt nach einer Schätzung der Rentenversicherung ihre Rücklage. Die Auswirkungen durch die Krise seien aber begrenzt, da auch während des Bezugs von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt würden. Wie die Deutsche Rentenversicherung am Samstag mitteilte, geht die Rücklage nach ersten Schätzungen bis Ende des Jahres um rund ein Zehntel auf dann rund 36 Milliarden Euro zurück. Diese Werte seien aber angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen mit großen Unsicherheiten behaftet und könnten sich noch verändern. Belastbare Vorausberechnungen über das Jahr 2020 hinaus seien zurzeit noch nicht möglich.

Basis der aktuellen Schätzung sind Eckwerte der Frühjahrsprojektion der Bundesregierung. Darin wird mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von mehr als sechs Prozent in diesem Jahr gerechnet - und damit der bisher schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Ende 2019 lag die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage noch bei rund 40,5 Milliarden Euro. Sie soll während des Jahres auftretende Schwankungen bei den Beitragseinnahmen ausgleichen. Nach Einschätzung von Ökonomen steuert die Rentenkasse auf ein großes Finanzloch zu. Ursachen sind der rasante Anstieg der Kurzarbeit und die wachsende Arbeitslosigkeit, die die Beitragseinnahmen sinken lassen werden.

Da die Renten nicht gekürzt werden dürfen und die Bundesregierung die Höhe des Beitrags auf maximal 20 Prozent deckeln will, wird nach Einschätzung des Rentenexperten Axel Börsch-Supan der Bund die Lücke füllen müssen. "Die Bundeszuschüsse müssen wahrscheinlich schon 2022/23 in zweistelliger Milliardenhöhe steigen", hatte der Direktor des Munich Center for the Economics of Aging (MEA) am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik vor kurzem gesagt.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Überblick über die aktuellen Finanzdaten der Deutschen Rentenversicherung

Autor

 Deutsche Presseagentur