Gesundheit / 10.08.2018

Darmkrebsvorsorge früher möglich

Männer sollen schon ab 50 Jahren Leistungen zur Darmkrebsvorsorge erhalten. Die neue Regeln im Überblick

Bad Homburg/Berlin (kjs) Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Mitte Juli die Richtlinie für Krebsfrüherkennungs-Programme mit einem besonderen Teil für das Darmkrebs-Screening beschlossen. Ein organisiertes Screening-Programm beinhaltet eine regelmäßige Einladung der Versicherten verbunden mit begleitenden Informationen über die jeweilige Untersuchung.

Zur Früherkennung von Darmkrebs können, wie bisher, Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und Darmspiegelungen in Anspruch genommen werden. Da wissenschaftliche Daten zeigen, dass Männer im Vergleich zu Frauen ein höheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken, wird Männern künftig bereits ab einem Alter von 50, und nicht wie bisher ab 55 Jahren, eine Darmspiegelung angeboten.

Konkrete Untersuchungsangebote

Das künftige Darmkrebs-Screening wird folgende Untersuchungsangebote enthalten:

  • Im Alter von 50 bis 54 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen immunologischen Test auf nicht sichtbare Blutspuren im Stuhl durchführen lassen.
  • Ab einem Alter von 50 Jahren haben Männer Anspruch auf zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren. Wenn das Angebot erst ab dem Alter von 65 Jahren wahrgenommen wird, hat man Anspruch auf eine Darmspiegelung (Früherkennungskoloskopie).
  • Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen Anspruch auf zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren. Wenn das Angebot erst ab dem Alter von 65 Jahren wahrgenommen wird, besteht der Anspruch auf eine Darmspiegelung (Früherkennungskoloskopie).
  • Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen und Männer alle zwei Jahre Anspruch auf einen immunologischen Test, solange noch keine Früherkennungskoloskopie in Anspruch genommen wurde.
  • Bei auffälligen Stuhltests besteht der Anspruch auf eine Abklärungskoloskopie.

Neue Richtlinie ab Oktober in Kraft

Die Richtlinie soll zum 1. Oktober 2018 in Kraft treten. Der Beschluss des G-BA wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Eine Übergangsregelung stellt sicher, dass bisherige Leistungen zur Früherkennung von Darmkrebs nach der jetzigen Krebsfrüherkennungs-Richtlinie solange weiter gelten, bis eine Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstab für ärztliche Leistungen an die Inhalte der neuen Richtlinie erfolgt ist.

Autor

Karl-Josef Steden