Rente / 07.11.2017

"Das wäre eine schwierige Situation"

Renten-Chefin warnt für den Fall einer höheren Rentenbewertung der Erziehung älterer Kinder vor weiterer Fehlfinanzierung.

Berlin (dpa/sth). Die Deutsche Rentenversicherung warnt vor weiteren Belastungen etwa durch die von der CSU geforderten Verbesserungen bei der Mütterrente. "Weitere Ausgaben muss man sich gut überlegen zulasten der Rentenversicherung", sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, dem Sender SWR. Sollte tatsächlich beschlossen werden, einen dritten Mütterrentenpunkt aus der Rentenkasse zu finanzieren, wäre das "wirklich eine schwierige Situation". Roßbach rechnete vor, dass es um jährliche Kosten von sieben Milliarden Euro gehe. "Von daher sagen wir: Wenn, dann bitte das gesamtgesellschaftlich und damit aus Steuern finanzieren."

Von der künftigen Bundesregierung fordert Roßbach, Selbstständige verpflichtend in der gesetzlichen Rentenversicherung abzusichern. Selbstständige seien eine Risikogruppe bei der Altersarmut, so Roßbach: "Ich kann hier nur empfehlen für die Selbstständigen eine obligatorische Altersversicherung einzuführen." Roßbach verlangt zudem, versicherungsfremde Leistungen aus Steuern zu finanzieren: "Wir haben eine Grenze, wo man sagt: Weitere Ausgaben zulasten der Rentenversicherung muss man sich gut überlegen."

Für das sogenannte Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge aus gesetzlicher, betrieblicher und private Sicherung plädiert Roßbach für eine Bestandsaufnahme. Nach den Erfahrungen seit Einführung der staatlich geförderten Zusatzvorsorge müsse die Politik oder eine von ihr eingesetzte Kommission genau hinschauen, sagte Roßbach. "Was hat sich davon verwirklicht? Hat der eingeschlagene Weg Erfolg? Das müsste man in einer solchen Kommission näher beleuchten, um zu sagen: Gibt es eben auch Alternativen, wie man Altersarmut vermeiden kann?" 

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Autor

Stefan Thissen