Finanzen / 12.01.2022

Deka verabschiedet sich von der Riester-Rente

Immer mehr Anbieter ziehen sich aus dem Riester-Geschäft zurück. Nun auch das Wertpapierhaus der Sparkassen.

Deka verabschiedet sich von der Riester-Rente.

Frankfurt a.M. (bd). Der Wertpapieranbieter Deka schließt künftig keine Riester-Verträge mehr ab. Zum 1. Juni wird das Riester-Neugeschäft vollständig eingestellt, heißt es in einer Mitteilung an die Presse. Grund sei die Beitragsgarantie, die es für Sparer angesichts der niedrigen Zinsen immer schwerer mache, auf eingezahlte Beträge Rendite zu erzielen.

„Gerade bei langfristigen Anlagezielen wie der Altersvorsorge ist es wichtig Chancen am Kapitalmarkt zu nutzen, um später davon zu profitieren“, sagte Frank Kalter, Leiter Vertriebsmanagement und Marketing bei der Deka. Künftig werde man sich daher auf garantiefreie Vorsorgelösungen, wie etwa Wertpapiersparpläne, konzentrieren.

Für Bestandskunden soll sich jedoch nichts ändern. Bestehende Verträge würden bei allen Riester-Verträgen unverändert weitergeführt.

Anbieter-Schwund hält an

Mit dem Wertpapierhaus der Sparkassen setzt sich der Schwund der Riester-Anbieter fort. DWS hat das Riester-Geschäft bereits im Juli 2021 eingestellt. Auch einige Lebensversicherungen wie LVM und die Stuttgarter Versicherung sind mittlerweile ausgestiegen.

Riester-Anbieter müssen ihren Kunden den vollen Erhalt der eingezahlten Beiträge garantieren. Um die Garantie zu erfüllen, wird ein Großteil der Beiträge in sichere, aber renditeschwache Papiere investiert. An dieser vollen Beitragsgarantie entzündet sich seit Langem Kritik. Die neue Bundesregierung will daher prüfen, ob künftig auch Anlageprodukte ohne volle Beitragsgarantie staatlich gefördert werden können.

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Autor

Boris Dunkel