Rente / 23.12.2021

Der Wehrdienst wird immer mehr zur Frauensache

Mehr als jeder sechste freiwillig Wehrdienst Leistende war 2019 eine Frau. Seit Aussetzung der Wehrpflicht hat sich ihr Anteil vervierfacht.

Bild zum Beitrag "Wehrdienst wird immer mehr zur Frauensache". Das Bild zeigt einen Sozialversicherungsausweis mit Kugelschreiber.

Berlin (sth). Der freiwillige Wehrdienst wird immer mehr zur Frauensache. Das geht aus Daten der Deutschen Rentenversicherung hervor, die ihre-vorsorge.de vorliegen. Demnach stieg die Zahl der Frauen, die aus eigenem Antrieb Dienst an der Waffe leisten, zwischen 2012 – dem ersten vollständigen Jahr nach Aussetzung der Wehrpflicht im Juli 2011 – und 2019 von 286 auf 1.112 (Stand jeweils zum 31.12.). Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der freiwillig Wehrdienst leistenden Frauen von 4,2 Prozent auf 17,5 Prozent. Das war mehr als jeder sechste Wehrdienstleistende. Insgesamt waren den Daten der Rentenversicherung zufolge zum Jahresende 2019 genau 6.356 freiwillig Wehrdienst Leistende als "aktiv Versicherte" gemeldet. 

Der freiwillige Wehrdienst dauert mindestens sieben und maximal 23 Monate. Er steht generell allen deutschen Frauen und Männern ab dem vollendeten 17. Lebensjahr offen. Für ihren Dienst bekommen freiwillig Wehrdienst Leistende nicht nur einen Sold, sondern erwerben damit auch Beitragszeiten für Ihre spätere Rente. Die Rentenbeiträge zahlt der Staat. Bei einer Verpflichtung von mindestens zwölf Monaten müssen sich Bewerberinnen und Bewerber einverstanden erklären, an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilzunehmen. Ob es zu einem Einsatz kommt, hängt vom Einsatz der jeweiligen Einheit, der Verwendung und dem Ausbildungsstand des einzelnen Soldaten ab.

Seit dem 1. April 2021 gibt es alternativ zum freiwilligen Wehrdienst das Angebot "Dein Jahr für Deutschland", das im Sommer 2020 von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vorgestellt wurde. Es soll mit 1.000 Freiwilligen beginnen. Freiwillige im "Dein Jahr für Deutschland" sollen ausschließlich in Deutschland eingesetzt werden, Auslandseinsätze sind für sie nicht vorgesehen. Ihre Hauptaufgabe ist nach Angaben der Bundesregierung der Heimatschutz, zum Beispiel Hilfe bei Naturkatastrophen, besonders schweren Unglücksfällen oder nationalen Krisenlagen.

Autorenbild

Autor

Stefan Thissen