Rente / 21.08.2018

Deutlich mehr Witwer erhalten Rente

98.311 Männer bekamen 2017 erstmals eine Rente aus dem Konto der verstorbenen Ehepartnerin oder des Partners – 37 Prozent mehr als 2016.

Bad Homburg (sth). Immer mehr Männer haben Anspruch auf eine gesetzliche Witwerrente. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl männlicher Versicherter, die wegen des Todes ihrer Ehepartnerin, ihres eingetragenen Lebens- oder Ehepartners erstmals eine aus dem Rentenkonto ihres Partners abgeleitete Rente kassierten, nach aktuellen Angaben der Deutschen Rentenversicherung auf 98.311. Gegenüber 2016 bedeutete dies ein Plus von fast 37 Prozent, gegenüber 1995 waren es bereits mehr als doppelt so viele.

Im Schnitt bekamen die Neu-Witwer eine monatliche Rente von 220,48 Euro überwiesen. Das waren fast 400 Euro weniger, als die rund 262.500 neuen Witwen im Durchschnitt nach dem Tod ihres Ehemannes, ihrer Lebenspartnerin oder ihrer Ehefrau gezahlt bekamen. Grund für die Differenz ist vor allem, dass fast 83.000 der neuen Witwerrentenempfänger ihre Rente wegen Anrechnung eigenen Einkommens nur gekürzt ausgezahlt bekamen.

Insgesamt zahlte die Deutsche Rentenversicherung im Jahr 2016 – Daten für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor – rund 666.000 Renten an Witwer sowie etwa 4,7 Millionen Witwenrenten. Dabei ist die Zahl der Frauen, die nach dem Tod ihres Partners auf eine Rente aus dessen Rentenansprüchen angewiesen sind, seit Mitte der 1990er-Jahre um mehr als zehn Prozent gesunken. Dagegen kassierten im vorvergangenen Jahr fast dreimal so viele Männer eine gesetzliche Hinterbliebenenrente wie 1995.

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Autor

Stefan Thissen