Rente / 20.12.2019

Deutlich mehr Zahler von Sonderbeiträgen

Die Zahl der Beschäftigten, die zusätzliche Rentenbeiträge zum Ausgleich von Abschlägen zahlen, ist zuletzt sprunghaft gestiegen.

Bild zum Beitrag "Deutlich mehr Zahler von Sonderbeiträgen". Das Bild zeigt Euro-Geldscheine, die in den Händen eines Mannes aufgereiht sind.

Berlin (sth). Immer mehr Beschäftigte nutzen offenbar die Möglichkeit, zusätzliche Beiträge an die Rentenversicherung zu zahlen, um bei einem vorzeitigen Rentenbeginn keine Abschläge hinnehmen zu müssen. Das ergibt sich aus der am Donnerstag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Demnach zahlten im Jahr 2017 genau 11.621 Frauen und Männer Sonderbeiträge an die Rentenkassen – etwa 7.000 mehr als noch im Jahr zuvor. Seit Juli 2017 können Rentenversicherte bereits ab dem 50. Lebensjahr Ausgleichsbeiträge an die Rentenversicherung zahlen, zuvor war dies erst ab dem 55. Lebensjahr möglich.

Die steigende Zahl von Zusatzbeitragszahlern dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass die Rendite auf Rentenbeiträge von Fachleuten und Verbraucherschützern aktuell mit etwa 2,5 bis drei Prozent beziffert wird. Mit dem Flexirentengesetz vom Herbst 2016 hatte die Bundesregierung beschlossen, die Möglichkeit der Zahlung von Sonderbeiträgen auszuweiten. Dadurch sollen langjährig Beschäftigte und schwerbehinderte Menschen auch künftig ohne größere finanzielle Einbußen vor der regulären Altersgrenze aus dem Berufsleben ausscheiden können. Das normale Rentenalter steigt bis Ende des kommenden Jahrzehnts schrittweise auf das 67. Lebensjahr.

Ausgleichsbeiträge sind nicht ganz billig

Wer Ausgleichszahlungen plant und keine größere Summe auf einmal aufbringen kann, hat auch die Möglichkeit, bis zu zweimal jährlich einen kleineren Beitrag einzuzahlen. Beispiel: Wer laut seiner jährlichen Renteninformation ab der persönlichen Regelaltersgrenze eine Bruttorente von 1.200 Euro zu erwarten hat, muss für einen um zwei Jahre vorgezogenen Rentenbeginn derzeit knapp 20.400 Euro an die Rentenkasse zahlen. Wer schon mit 55 Jahren darüber nachdenkt, im Alter von 65 statt mit 67 Jahren in Rente zu gehen, müsste ab diesem Zeitpunkt nur jährlich gut 2.000 Euro oder halbjährlich etwa 1.000 Euro an die Rentenversicherung überweisen.

Auch in einem anderen Bereich verzeichnen die Rentenversicherer derzeit eine steigende Bereitschaft, zusätzliche Beiträge zu zahlen. Wer bereits die Zeit zwischen dem 16. und 17. Geburtstag für den Erwerb von Rentenansprüchen nutzen will, kann bis zum 45. Geburtstag ebenfalls Sonderbeiträge zahlen. Dafür können im Jahr 2020 monatlich zwischen knapp 84 Euro und rund 1.280 Euro investiert werden. Die Zahl derjenigen, die für die Zeit ihrer schulischen Ausbildung in Jugendjahren Beiträge nachzahlen wollen, stieg nach Angaben der Bundesregierung zwischen 2014 und 2017 von etwa 1.400 auf 2.165.

Mehr zum Thema:

http://dip21.bundestag.de

Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zur Nutzung freiwilliger Beitragszahlungen an die Rentenversicherung (pdf)

www.deutsche-rentenversicherung.de

Informationen der Deutschen Rentenversicherung zur Zahlung von freiwilligen Sonderbeiträgen an die Rentenversicherung

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Autor

Stefan Thissen