Soziales / 29.06.2021

Deutschland zieht immer weniger Menschen an

Auch 2020 ist die Nettozuwanderung nach Deutschland gesunken – zum fünften Mal in Folge.

Deutschland zieht immer weniger Menschen an. – Frau mit Migrationshintergrund telefoniert in einem Büro.

Wiesbaden (dpa). Im vergangenen Jahr sind rund 220.000 Menschen mehr nach Deutschland gezogen als fortgezogen. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem es noch rund 327.000 mehr Zu- als Fortzüge gab, sei der sogenannte Wanderungsüberschuss 2020 damit deutlich geringer ausgefallen, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag. Die Nettozuwanderung über die Grenzen Deutschlands sei damit im fünften Jahr in Folge zurückgegangen.

Corona-Effekt bremst sowohl Zu- als auch Abwanderung

Zudem sei die Zahl der Zu- und Abwanderungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. So seien rund 24 Prozent weniger Menschen zu- und 22 Prozent weniger fortgezogen als 2019. Die Behörde sah dabei einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den weltweiten Restriktionen im Reiseverkehr. Auch wirtschaftliche Gründe könnten in der Zeit der Pandemie eine geplante Zu- oder Abwanderung verhindert oder verschoben und so einen Effekt auf die Gesamtzahl der registrierten Zu- und Fortzüge gehabt haben.

Vor allem die Zu- und Abwanderung von Ausländern spielte bei dem Rückgang eine Rolle. Im vergangenen Jahr wanderten rund 995.000 Ausländerinnen und Ausländer nach Deutschland ein, im Jahr zuvor waren es 1,34 Millionen gewesen. Zudem verließen 746.000 Menschen ohne deutschen Pass das Land wieder – 2019 waren es 961.000 gewesen.

Auch bei deutschen Staatsangehörigen gingen Zu- und Auswanderung im Vergleich zu 2019 zurück. Es gab 10 Prozent weniger Zuzüge aus dem Ausland und 19 Prozent weniger Deutsche, die das Land verließen. Besonders häufig zog es deutsche Auswanderer in die Schweiz, nach Österreich und in die USA. So zogen den Angaben zufolge 15.000 Deutsche in die Schweiz, 11.000 nach Österreich und 6.000 in die USA.

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 Deutsche Presseagentur