Gesundheit / 15.02.2018

Diäten im Check

Jetzt versuchen viele wieder mit einer Diät Gewicht zu reduzieren. Aber wie gesund und erfolgversprechend sind einige der Diäten?

Bad Homburg (kjs/ams). Viele Menschen befassen sich speziell im Frühjahr mit einer dauerhaften Gewichtsabnahme. Es gibt zahlreiche Diäten, die helfen sollen, das Abnehmen zu erleichtern. Doch der gesundheitliche Nutzen einiger Diäten ist wissenschaftlich oft nicht ausreichend belegt. Das berichtet der AOK-Medienservice ams und hat einige Diäten gecheckt:

Detox-Entgiftungsdiät

Das Gewicht soll durch den Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel wie Zucker, Weißmehl, Gluten und Hefe reduziert werden. Gleichzeitig soll der Körper schädliche Substanzen wie Umweltgifte abbauen und so entgiften. Tees und Massagen begleiten diese Diät. Für die Wirkung gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise.

HCG-Diät

Verzehrt wird fett- und kalorienarme Kost mit viel Obst und Gemüse unter 500 Kilokalorien pro Tag. Humanes Choriongonadotropin (HCG) ist ein Hormon, das während der Schwangerschaft gebildet wird. Ergänzend zur täglichen Kost wird die Einnahme von HCG in Form von Tropfen, Pastillen oder Tabletten empfohlen, um Bauchfett abzubauen. Die Zufuhr des Hormons ist jedoch nicht unproblematisch. Es ist nicht abzusehen, welche Folgen der Wirkstoff auf den Körper hat. Für einen Gewichtsverlust gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Aufgrund einer zu geringen Energie- und Nährstoffzufuhr kann es zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Leistungsabfall und Kreislaufstörungen kommen. Von dieser Diät ist abzuraten.

Insulin-Trennkost-Diät

Meist werden drei Mahlzeiten am Tag mit einem Abstand von mindestens fünf Stunden eingenommen, die entweder Kohlenhydrate oder Proteine enthalten. Abends gibt es kohlenhydratarme Lebensmittel, um die nächtliche Insulinausschüttung zu drosseln. Ziel ist eine Gewichtsabnahme durch eine möglichst geringe Insulinausschüttung. Es gibt jedoch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht keinen Grund, Kohlenhydrate und Proteine getrennt zu essen. Der Körper kann beides gleichzeitig verarbeiten. Es fehlt der Nachweis, dass eine geringe nächtliche Insulinausschüttung die Gewichtsabnahme dauerhaft fördert.

Intervallfasten

Beim Intervallfasten, etwa beim "5:2-Fasten", wird an zwei oder mehr Tagen in der Woche gefastet. An den Fastentagen gibt es nur kalorienarme Getränke wie Tee oder Wasser. Die Fastentage sollen zur Gewichtsabnahme führen. Unklar ist, was an den anderen Tagen passiert, weil jeder selbst entscheiden kann, was er an diesen Tagen isst und trinkt und ob dadurch langfristig abgenommen werden kann.

Paleo-Diät

Die Ernährung besteht hauptsächlich aus Wildpflanzen, Wurzeln, Beeren, Nüssen und Wildfleisch. Die Theorie der Steinzeiternährung geht davon aus, dass sich der menschliche Organismus an das Nahrungsumfeld der Altsteinzeit, des Paläolithikums, genetisch angepasst hat. Die Annahme, dass nur die Gene das Ernährungsverhalten prägen, greift zu kurz. Viele Faktoren wie das Erlernen bestimmter Verhaltensmuster, die Prägung durch das soziale Umfeld sowie physiologische Mechanismen beeinflussen ebenso die Ernährungsweise. Die Diät ist nicht zu empfehlen.

Formula-Diät

Formula-Diäten basieren darauf, Mahlzeiten durch Eiweißshakes, die mittels eines Instant-Konzentrat-Pulvers hergestellt werden, oder durch Diätriegel zu ersetzen. Kohlenhydratarme und eiweißreiche Kost sollen zu Gewichtsverlust führen. Dadurch gibt es jedoch keinen Lerneffekt hinsichtlich gesunder Ernährung. Geeignet ist es nur kurzfristig bei starkem Übergewicht und dann unter ärztlicher Kontrolle.

Basenfasten

Beim Basenfasten dürfen nur Lebensmittel gegessen werden, die als basisch gelten. Damit sollen die vermuteten Säureüberschüsse im Organismus abgebaut werden. Gegessen werden drei bis fünf kleine Mahlzeiten pro Tag mit Obst, Gemüse und Wasser oder Kräutertee. Fleisch-, Wurst- und Milchprodukte, Fisch, Süßigkeiten, Teigwaren, Kaffee und Alkohol sind nicht erlaubt. Die vorgeschriebenen Lebensmittel sind gesund, doch eine durch die Ernährung verursachte Übersäuerung ist bei gesunden Menschen nicht zu befürchten. Zusätzliche basenfördernde Nahrungsergänzungsmittel sind daher unnötig. Und: Wichtige Getreide- und Milchprodukte werden in zu geringen Mengen oder gar nicht aufgenommen. Basenfasten ist kein geeigneter Weg zur Gewichtsabnahme und sollte in der Regel nicht länger als eine Woche durchgeführt werden.

Fazit: Kombination wichtig

Für eine erfolgreiche und dauerhafte Gewichtsabnahme, so die Ernährungsexpertinnen der AOK, ist eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Verhaltensänderung und mehr körperlicher Aktivität wichtig. Eine gesunde Methode zeigt das AOK-Programm "Abnehmen mit Genuss" (www.abnehmen-mit-genuss.de). 

Karl-Josef Steden / AOK-Medienservice

Autor

Karl-Josef Steden