Rente / 06.02.2018

Drei-Säulen-Vorsorge-Info braucht Zeit

BMAS: Forschungsprojekt soll Möglichkeiten aufzeigen, wie die bestehenden Informationen besser miteinander verzahnt werden können.

Berlin (sth). Auch rund 15 Jahre nach den ersten Plänen für eine gemeinsame Information von Rentenversicherung und Finanzdienstleistern über alle Altersvorsorge-Ansprüche der Bürger ist noch keine befriedigende Lösung in Sicht. Zwar hat die noch amtierende Bundesregierung Mitte vergangenen Jahres im sogenannten Betriebsrentenstärkungsgesetz beschlossen, weitere Schritte auf dem Weg zu einer "säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation" zu prüfen. Doch sei eine ebenso verständliche wie vergleichbare Information aller Anbieter von Vorsorgeprodukten auf absehbare Zeit "nicht realistisch", erklärte Konrad Haker vom Bundessozialministerium (BMAS) jetzt bei einer Tagung des  Forschungsnetzwerks Alterssicherung bei der Deutschen Rentenversicherung (FNA).

Das Hauptproblem bei der Zusammenführung der bisher getrennten jährlichen Übersichten von gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge-Dienstleistern seien die darin enthaltenen sehr "heterogenen und teilweise wenig nachvollziehbaren" Angaben, sagte Haker vor Rentenexperten und Wissenschaftlern. Teilweise sei zum Verständnis der Schreiben sogar "detailliertes Fachwissen erforderlich". Zudem enthielten die Vorsorgeinformationen vielfach unterschiedliche Begriffe, so Haker. Unterschiedliche Annahmen in den Informationen trügen schließlich dazu bei, die Transparenz der Schreiben eher zu verringern als zu verbessern. 

Renteninformation am verständlichsten

Wie eine übersichtliche und zugleich gut verständliche Vorsorgeinformation aussehen könnte, deutete Haker in seinem Vortrag unmissverständlich an. Bei einer Befragung von rund 11.000 Bürgerinnen und Bürgern im Jahr 2015 hätte die Mehrheit die Renteninfomation der Rentenversicherung als bestes verfügbares Schreiben beurteilt, erklärte der BMAS-Rentenexperte (siehe auch ihre-vorsorge.de vom 24.01.2018). Damals gaben 88 Prozent der 25- bis 64-jährigen Versicherten an, das jährliche Schreiben ihres Rentenversicherers zu kennen. Unter Ausschluss junger Beschäftigter, die wegen ihres Alters oder zu weniger Berufsjahre überhaupt noch keine Renteninformation erhalten haben, wussten etwa 90 Prozent der Befragten über ihre gesetzlichen Rentenansprüche Bescheid.

Um auf dem Weg zur umfassenden Altersvorsorge-Information endlich einen Schritt weiter zu kommen, habe das BMAS im Sommer 2017 ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben, teilte Haker mit. Die ministeriale Studie solle "relevante Informationen" identifizieren, Wege zur Weiterentwicklung der bestehenden Infos aufzeigen und die Reihenfolge der nächsten erforderlichen Schritte kenntlich machen. Da das Forschungsvorhaben laut Haker erst im Herbst dieses Jahres abgeschlossen wird, dürfte mit ersten Ergebnissen kaum vor 2019 zu rechnen sein.

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Autor

Stefan Thissen