Rente / 19.01.2021

DRV: 22 Milliarden Euro für Rentner-Krankenversicherung

Die Rentenversicherung zahlt die Hälfte der Krankenversicherungsbeiträge von Rentnern. Das macht sich bei den Ausgaben sehr bemerkbar.

Bild zum Beitrag "DRV: 22 Milliarden Euro für Rentner-Krankenversicherung". Das Bild zeigt die Hände eines älteren Mannes, der Geldscheine in seinen Händen hält.

Berlin/Bad Homburg (sth/drv). Die Beteiligung an den Krankenversicherungskosten von Rentnerinnen und Rentnern bleibt der zweitgrößte Ausgabenposten der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Im Jahr 2020 gab die Rentenversicherung nach jüngsten Schätzungen etwa 22,2 Milliarden Euro für die Krankenkassenbeiträge der rund 21 Millionen Ruheständler aus. Das waren etwa 1,4 Milliarden Euro oder 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die DRV übernimmt im Alter den Krankenversicherungsanteil, den in der Erwerbsphase die Arbeitgeber zahlen.

Pflichtversicherten Rentnerinnen und Rentnern zahlt die DRV generell die Hälfte ihres Krankenversicherungsbeitrags – unabhängig von der Höhe des Zusatzbeitrags, den die jeweilige Krankenkasse erhebt. Rentnerinnen und Rentner, die privat oder freiwillig krankenversichert sind, können von der Rentenversicherung einen Beitragszuschuss erhalten. Dieser Zuschuss muss aber beantragt werden – zum Beispiel zusammen mit der Rente.

Die Höhe für freiwillig Versicherte hängt von der individuellen Rentenhöhe, dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung und dem Zusatzbeitrag der eigenen Krankenkasse ab. Der allgemeine Beitragssatz beträgt derzeit 14,6 Prozent. Er wird für die Berechnung des Zuschusses um die Beitragssatzpunkte des Zusatzbeitrags der eigenen Krankenkasse erhöht. Das Ergebnis wird halbiert und ergibt so die Berechnungsgrundlage für den Zuschuss.

Für privat versicherte Rentner wird der Zuschuss grundsätzlich wie bei freiwillig Versicherten berechnet. Als Zusatzbeitrag wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung zugrunde gelegt. Der Beitragszuschuss wird maximal in Höhe der Hälfte der Versicherungsprämie gezahlt.

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Autor

Stefan Thissen