Rente / 23.09.2020

DRV BaWü überwacht mediale Barrierefreiheit im Land

Ab dem heutigen Mittwoch müssen Internetseiten aller öffentlichen Stellen auch für Menschen mit Behinderungen ohne Einschränkung zugänglich sein.

Bild zum Beitrag "DRV BaWü überwacht mediale Barrierefreiheit im Land". Das Bild zeigt zwei Seniorinnen am Computer.

Karlsruhe/Stuttgart (drv/sth). Die Internetseiten aller öffentlichen Stellen des Landes müssen ab dem heutigen 23. September 2020 barrierefrei zugänglich sein. Dadurch sollen Menschen mit Behinderungen mediale Angebote von Behörden genauso nutzen können wie Menschen ohne Einschränkungen. Um sicherzustellen, dass die öffentlichen Stellen die gesetzlichen Vorgaben zur medialen Barrierefreiheit auch umsetzen, werden ihre Online-Angebote regelmäßig von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg überprüft. Bei ihr sei die Überwachungsstelle Anfang 2020 eingerichtet worden, teilte der regionale südwestdeutsche Rentenversicherer am Dienstag mit.

Für beispielsweise blinde, gehörlose oder auf andere Art eingeschränkte Nutzer sind Webseiten barrierefrei, wenn sie klar und übersichtlich gegliedert sind. Texte müssen sich leicht lesen und verstehen lassen. Die Seiten müssen so programmiert sein, dass sie auch mit Hilfsmitteln genutzt werden können. Ein solches Hilfsmittel ist etwa ein Screenreader, der blinden Menschen Texte vorliest. Ferner müssen Größe und Kontraste der Seiteninhalte anpassbar und Videos untertitelt sein. Wichtig ist außerdem, dass Erläuterungen in Leichter Sprache, einer einfachen Sprache mit besonderen Regeln, und Gebärdensprache vorhanden sind.

Menschen mit Behinderungen nicht von Online-Dienstleistungen ausschließen

Der Leiter der Überwachungsstelle, Dimitrios Livadiotis, betonte am Dienstag: „Die Verwaltungen im Land bieten immer mehr Dienstleistungen online an. Menschen mit Behinderungen dürfen davon nicht ausgeschlossen werden. Ihnen muss vielmehr durch eine behindertengerechte Gestaltung der Angebote ein ungehinderter Zugang möglich sein.“ Dieses Ziel soll mit der Überprüfung erreicht werden. Daneben werden die öffentlichen Stellen beraten, wie sie die Barrierefreiheit ihrer Angebote verbessern können. „Insoweit sind wir sowohl Partner der Behörden als auch Partner der Menschen mit Behinderungen, weil wir ihnen durch unsere Arbeit helfen, gleichberechtigt an der digitalen Gesellschaft teilzuhaben“, erklärte Livadiotis die Rolle der Überwachungsstelle.

Unabhängig von einer Prüfung müssen alle öffentlichen Stellen im Land ebenfalls ab dem 23. September auf ihrer Internetseite eine Erklärung zur Barrierefreiheit veröffentlichen. In dieser ist anzugeben, ob mediale Angebote barrierefrei sind und an wen man sich wenden kann, wenn Mängel bei der Barrierefreiheit bestehen. Werden die Mängel nicht beseitigt, kann man eine Durchsetzungsstelle um Hilfe bitten. Ihre Kontaktdaten müssen in der Erklärung ebenfalls aufgeführt werden. Ein Muster der Erklärung kann auf der Webseite der Überwachungsstelle unter www.bw-medial-barrierefrei.de heruntergeladen werden. Dort gibt es auch weitere Informationen über die Überwachungsstelle und ihre Aufgaben.

 

Mehr zum Thema:

https://bw-medial-barrierefrei.de

Informationen zum Ziel medialer Barrierefreiheit in Baden-Württemberg

Autor

 Deutsche Rentenversicherung