Rente / 06.12.2017

"DRV derzeit sehr solide finanziert"

Vorstandsvorsitzender der DRV Mitteldeutschland: Gesamteinnahmen entwickeln sich weiterhin sehr positiv.

Leipzig (drv/sth). „Die Rentenversicherung ist derzeit sehr solide finanziert. Finanzierungsprobleme sind bis 2023 nicht zu erwarten." Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland, Detlev Lehmann, am Dienstag in seinem Bericht an die Vertreterversammlung in Leipzig. Lehmann machte deutlich, dass sich die Gesamteinnahmen "weiterhin sehr positiv" entwickelten. So würden zum Jahresende voraussichtlich 12,7 Milliarden Euro mehr eingenommen werden als 2016. Das sei eine Steigerung um 4,5 Prozent.

Erwartungsgemäß gestiegen seien aber auch die Ausgaben, deren Hauptanteil auf die Renten und die Ausgaben zur Krankenversicherung der Rentner entfallen, so Lehmann weiter. Lagen 2015 die Monatsausgaben in der gesetzlichen Rentenversicherung noch bei 19,25 Milliarden Euro, so seien ein Jahr später bereits 20,4 Milliarden Euro erforderlich gewesen. Im Jahr 2017 würden monatlich etwa 20,7 Milliarden Euro ausgegeben. „Die Ursachen für den Anstieg sind nach wie vor die zum 1. Juli 2014 eingeführte sogenannte Mütterrente und die Rente mit 63. Hinzu kommt die Rentenanpassung 2017“, so Detlev Lehmann.

Die Bundesregierung gehe in ihren Annahmen bis 2022 von einer stabilen und guten wirtschaftlichen Entwicklung aus. Zudem rechne sie mit einem Anstieg der Anzahl der Beitragszahler sowie leicht rückläufigen  Arbeitslosenzahlen. „Wenn die Annahmen zutreffen, kann der Beitragssatz mittelfristig stabil gehalten werden. Eine Anhebung muss dann voraussichtlich erst im Jahr 2023 auf das heutige Niveau von 18,7 Prozent erfolgen“, erklärte Detlev Lehmann.

Auch mitteldeutscher Rentenversicherer mit Einnahmen zufrieden

Auch der mitteldeutsche Rentenversicherungsträger kann mit den Einnahmen zufrieden sein. Das betonte Jork Beßler in seinem Bericht. "Insgesamt sind die Einnahmen aus den Pflichtbeiträgen gegenüber dem Oktober 2016 um rund 4,7 Prozent bzw. um 444 Millionen Euro gestiegen", so der Geschäftsführer. Wie in der gesamten Rentenversicherung seien aber auch bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland die Ausgaben gestiegen: für die Rentenzahlungen und die Krankenversicherung der Rentner um rund 1,1 Milliarden Euro bzw. 5,2 Prozent und für die Leistungen zur Teilhabe um rund 9 Millionen Euro bzw. 2,8 Prozent.

Der Geschäftsführer berichtete weiterhin, dass die bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland Versicherten von Januar bis Oktober insgesamt 91.660 Rentenanträge gestellt hätten. Dies seien rund sechs Prozent weniger gewesen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Einen wesentlichen Grund für die massiven Rückgänge vor allem bei den Anträgen auf Altersrenten sieht Beßler darin, dass Versicherte, die in diesem Jahr 65 wurden und regulär in Rente hätten gehen können, bereits die Möglichkeit genutzt hätten, vorzeitig die Rente mit 63 in Anspruch zu nehmen.

Im Vergleich zum Antragsrückgang bei den Altersrenten sei die rückläufige Entwicklung bei den Anträgen auf eine Reha-Leistung mit 0,7 Prozent sehr gering, so Beßler weiter. Bis Oktober seien insgesamt 130.169 entsprechende Leistungen beantragt worden. Auf der Haben-Seite des mitteldeutschen Rentenversicherungsträgers sieht der Geschäftsführer in den ersten zehn Monaten dieses Jahres zudem mehr als 900.000 persönliche Beratungen und rund 100.000 Gespräche am kostenlosen Servicetelefon.

Autor

 Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland