Rente / 28.05.2018

DRV Hessen macht mit bei "rehapro"

Bei der Vertreterversammlung wurde das Förderprogramm für Modellvorhaben der Rentenversicherer erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wiesbaden (kr). Eine Milliarde Euro stellt das Bundessozialministerium bereit, um in der Rehabilitation neue Wege zu gehen. Das Förderprogramm „rehapro“ der Bundesregierung soll dazu beitragen, Menschen länger im Beruf zu halten. Birgit Büttner, Geschäftsführerin der Deutschen Rentenversicherung Hessen, sagte dazu bei der Vertreterversammlung des Rentenversicherungsträgers in Wiesbaden: "Wir wollen dem drohenden Verlust der Erwerbsfähigkeit entgegenwirken und damit Altersarmut abwenden."

Aus diesem Grund bewirbt sich die Deutsche Rentenversicherung Hessen mit einem eigenen Modellprojekt um Fördermittel. Dr. Ulf Seifart, Chefarzt der Klinik Sonnenblick in Marburg, stellte es vor. Kernstück von „S.E.R.V.E.“ ist die Installation eines Screenings für Patienten mit drohender Erwerbsminderung. Darüber hinaus soll ein sozialmedizinisches Kolloquium angeboten werden, bei dem Hausarzt und Rehamediziner enger zusammenarbeiten. "Unser Ziel ist es, Patienten früher kennenzulernen", sagte Seifert, "bevor sie die Idee haben, einen Rentenantrag zu stellen."

Neue Ideen: Präoperative und sequentielle Reha

Seifart erläuterte das Konzept einer präoperativen Rehabilitation, mit deren Hilfe Patienten fit gemacht werden sollen, um so eine notwendige OP überhaupt erst zu ermöglichen. Darüber hinaus solle das Modell einer sequentiellen Rehabilitation erprobt werden. Dabei wird eine dreiwöchige Reha nicht am Stück, sondern in drei Abschnitten zu je einer Woche absolviert. Dazwischen können – je nach Indikation – auch mehrmonatige Pausen liegen.

Schließlich stellte Seifart Projekte im städtischen und ländlichen Umfeld vor, bei denen gezielte Bewegung zur Therapie von Depressionen eingesetzt werden soll. Die Realisierung der Projekte hängt auch davon ab, inwieweit die Bundesregierung sie aus dem Fördertopf von „rehapro“ unterstützen wird. 

"Wir wollen auch wissen, wenn etwas nicht funktioniert"

Andreas Flegel, Referatsleiter im Bundessozialministerium, stellte den Mitgliedern der Vertreterversammlung die Ziele des Programms vor. Es ginge darum, neue Ideen und Ansätze zu finden für Herausforderungen, für es die bisher noch keine ausreichenden Antworten gebe. Das Programm ist auf fünf Jahre angelegt und soll fortlaufend überprüft werden. Flegel betonte, dass es vollkommen ergebnisoffen angelegt sei. "Wir wollen auch wissen, wenn etwas nicht funktioniert."

Zuvor hatte Hessen Sozialminister Stefan Grüttner die Bedeutung der Rehabilitation herausgestellt. Reha nütze allen, sagte er, "der Solidargemeinschaft, der Volkswirtschaft und nicht zuletzt vor allen den Patienten". Er fand auch lobende Worte für die Mitglieder der Vertreterversammlung, die sich ehrenamtlich für Versicherte und Beitragszahler einsetzen.

Die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Hessen tagt zweimal im Jahr. Bei der nächsten Sitzung am 14. Dezember 2018 steht unter anderem der Haushalt des Rentenversicherungsträgers auf der Tagesordnung.

Weitere Informationen

www.modellvorhaben-rehapro.de

Internetseite zum Modellvorhaben rehapro

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Autor

Dr. Michael Krause