Rente / 13.11.2018

DRV macht bei Vorsorgeinformation Druck

Rentenversicherungs-Chefin Roßbach: Nicht nur auf den "großen Wurf" setzen, sondern mit kleinen Schritten anfangen.

Berlin (sth). In der seit Jahren laufenden Debatte um eine gemeinsame Information aller Anbieter von Altersvorsorgeprodukten über die Vorsorgeansprüche der Bürger für das Alter macht die Deutsche Rentenversicherung (DRV) jetzt Druck. In einem Beitrag für die Zeitschrift "RVaktuell" fordert die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, die unterschiedlichen Strukturen der Vorsorgesysteme in Deutschland nicht länger als Ausrede für Verzögerungen bei der Einführung einer sogenannten Drei-Säulen-Vorsorgeinformation zu nutzen.

Statt nur auf einen ,großen Wurf' in einem Anlauf zu setzen, plädiert Roßbach dafür, "bereits mit ersten kleinen Schritten anzufangen". Damit komme man dem gewünschten Ziel "vermutlich schneller näher als mit dem Versuch der ,perfekten' Lösung in einem Wurf", schreibt die Rentenversicherungs-Chefin. Zur Begründung verweist sie auf Erfahrungen in anderen Ländern, in denen man bei der Einführung einer solchen Information ebenfalls schrittweise vorgegangen sei.   

Erster Schritt: Register für Neuverträge in der betrieblichen Altersvorsorge

Ein erster Schritt auf dem Weg zur umfassenden Vorsorgeinformation könnte laut Roßbach ein Register für neu abgeschlossene Verträge im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge sein. Für ein solches Register könnten die bereits "bestehenden Meldewege zwischen Arbeitgebern und Sozialversicherung genutzt werden", argumentiert sie. Dazu müssten lediglich die jährlichen Meldungen der Arbeitgeber an die Sozialversicherung um die entsprechenden Daten zur betrieblichen Altersvorsorge ergänzt werden. Auf diese Weise würde sich allmählich ein umfassendes Register der betrieblichen Anwartschaften aufbauen, aus dem die Beschäftigten ersehen könnten, "ob und wo sie im Verlauf ihres Erwerbslebens Anwartschaften in der betrieblichen Altersversorgung erworben haben", schreibt Roßbach.

Im Sommer dieses Jahres hatte der Leiter der Forschungsabteilung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, Reinhold Thiede, allerdings auf die noch bestehenden Probleme auf dem Weg zu einer Drei-Säulen- Vorsorgeinformation hingewiesen. Das Hauptproblem bei der Zusammenführung der jährlichen Übersichten von gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge-Dienstleistern seien die kaum vergleichbaren Angaben, erläuterte Thiede seinerzeit. So sei etwa immer noch offen, wie die unterschiedlichen Werte, mit denen umlagefinanzierte und kapitalgedeckte Altersvorsorgesysteme arbeiten, so ausgewiesen werden können, "dass sie für die Versicherten nutzbar sind".

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu einem Beitrag der Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, über mögliche Entwicklungsschritte auf dem Weg zu einer säulenübergreifenden Vorsorgeinformation in "RVaktuell"

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Autor

Stefan Thissen