Rente / 12.08.2020

DRV Rheinland-Pfalz: Mehr Neurenten und Rentenanträge

Speyerer Rentenversicherer meldet knapp fünf Prozent mehr Altersrentenanträge und ein Prozent mehr erstmals gezahlte Renten als 2018.

Bild zum Beitrag "DRV Rheinland-Pfalz: Mehr Neurenten und Rentenanträge". Das Bild zeigt das Logo der Deutschen Rentenversicherung

Speyer/Mainz (dpa/lrs) - Die gute Arbeitsmarktlage 2019 sowie die Bereitschaft von Betrieben und Arbeitnehmern für flexible Modelle haben sich nach Darstellung der Rentenversicherung Rheinland-Pfalz in den Zahlen für 2019 nieder geschlagen. Erneut haben mehr Rheinland-Pfälzer einen neuen Antrag auf Rente gestellt. Die Zahl der Anträge auf eine Altersrente ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf rund 24 980 gestiegen, wie der Sprecher der Rentenversicherung Rheinland-Pfalz, Hans-Georg Arnold, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz sagte. Als Grund nannte er neben der demografischen Entwicklung der Gesellschaft die anhaltend hohe Nachfrage nach der abschlagsfreien Altersrente ab 63 Jahren.

Besonders deutlich fiel mit 7,6 Prozent der Zuwachs bei den Anträgen auf Erwerbsminderungsrente aus (auf rund 11 930). "Das führen wir auf Leistungsverbesserungen zurück, die zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten sind." Viele Versicherte hätten ihren Rentenantrag deshalb von 2018 auf 2019 verschoben. Insgesamt legte die Zahl der neuen Anträge innerhalb eines Jahres um drei Prozent auf etwa 48 950 zu. Der Geschäftsbericht soll am kommenden Montag vorgestellt werden.

Mehr als 36.000 Pfälzer bekamen 2019 erstmals Rente gezahlt

Nicht ganz so stark wie die neuen Anträge ist die Zahl der zugegangenen Renten gestiegen. Mehr als 36.600 Menschen bekamen zum ersten Mal Rente, 1,1 Prozent mehr als 2018. Unter den Altersrenten am häufigsten bewilligt war die Regelaltersrente (9.519 Menschen). "Das hohe Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr erklärt sich aus der Mütterrente II, die einer spürbaren Zahl von Müttern erstmals einen Rentenanspruch gebracht hat", sagte Arnold. Bei der Regelaltersrente liegt die Altersgrenze für alle, die 1954 geboren sind, bei 65 Jahren und 8 Monaten.

Die abschlagsfreie Altersrente ab 63 ("Altersrente für besonders langjährig Versicherte") ist besonders gefragt: Mit fast 7.120 Renten lag der Zuwachs bei 4,9 Prozent. Die meisten dieser Renten (5.200) entfielen auf Männer - meist Facharbeiter in der Industrie. Der Grund: Männer erreichen aufgrund ihrer durchgehenden Beitragszahlung häufiger die notwendigen 45 Jahre als Frauen.

Mehr als jede fünfte Altersrente mit Abschlag

Gut jede fünfte Altersrente enthielt einen Abschlag (0,3 Prozent je Kalendermonat), weil sie vor der maßgebenden Altersgrenze bezogen wurde. 2010 war das noch fast jede zweite Rente. "Das spiegelt zum einen die in 2019 noch guten Arbeitsmarktchancen für ältere Beschäftigte wider und zeigt, dass sich die Menschen zunehmend auf veränderte Altersgrenzen einstellen und Abschläge vermeiden", sagte Arnold.

Noch relativ niedrig, aber steigend sei die Zahl der Renten mit Zuschlägen. "Diese gibt es bei Weiterarbeit über die Regelaltersgrenze hinaus." Sie betrage 0,5 Prozent je Kalendermonat. Unter den 2019 zugegangenen Altersrenten enthielten 5,2 Prozent einen Zuschlag, 2010 waren es noch 1,7 Prozent. "Auch darin spiegelt sich die im vergangenen Jahr noch gute Arbeitsmarktlage wider sowie die Bereitschaft von Betrieben und Beschäftigten, sich auf flexible Modelle einzulassen." Fast die Hälfte (49 Prozent) der versicherten Rheinland-Pfälzer war vor Beginn der Altersrente sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 2010 war dieser Wert mit 38,3 Prozent deutlich niedriger.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Weitere Informationen der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

Autor

 Deutsche Presseagentur