Rente / 23.06.2021

DRV sieht sich für Long-COVID-Rehabilitation gut aufgestellt

Vertreter sozialer Spitzenverbände und weitere Fachleute diskutieren am Donnerstag im Bundestag über Langzeitfolgen von Corona-Erkrankungen.

Front des Reichstagsgebäudes in Berlin mit deutscher und europäischer Flagge. – Bild: istockphoto.com © chrupka

Berlin (sth). "Langzeitwirkungen und gesundheitliche Risiken einer Covid-19-Erkrankung (Long-Covid)“ sind das Thema einer Bundestags-Expertenanhörung am morgigen Donnerstag um 15:30 Uhr. Die virtuell veranstaltete Sitzung findet auf Einladung des sogenannten Begleitgremiums Covid-19-Pandemie statt, einer Untergruppe des Bundestags-Gesundheitsausschusses. Sie wird live im Internet auf www.bundestag.de übertragen. Als Gesprächspartner stehen den Abgeordneten Vertreter der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, der Deutschen Rentenversicherung (DRV), von Long Covid Deutschland sowie drei Einzelsachverständige zur Verfügung. 

Die DRV machte im Vorfeld der Anhörung bereits deutlich, dass sie sich "hervorragend aufgestellt" sieht, um gesundheitliche Probleme in Folge von COVID-19-Erkrankungen zu therapieren. So werde bei den von ihr angebotenen Rehabilitationen für Corona-Patienten mit Langzeitwirkungen das Therapiekonzept je nach Funktionseinschränkung individuell angepasst. Dabei würden "verschiedene Elemente aus den Bereichen Bewegungstherapie, Psychologie, Arbeitsplatztraining, Sozialberatung und Edukation miteinander kombiniert", heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der Rentenversicherung für die Anhörung.

Drei denkbare Zugänge zur Rehabilitation

Nach einer COVID-19-Erkrankung gebe es drei denkbare Zugänge zu einer Rehabilitation in einer ihrer eigenen Reha-Einrichtungen oder in einer Vertragseinrichtung, so die Rentenversicherung. Bei schweren Verläufen mit neurologischen Beeinträchtigungen käme das neurologische Phasenmodell infrage, bei milderen Verläufen eine Anschlussrehabilitation (AHB) nach dem Krankenhausaufenthalt sowie als medizinische Rehabilitation für Patienten mit "persistierenden Problemen oder verzögert auftretenden Folgeerscheinungen".

Belastbare Zahlen über Long-COVID-Erkrankungen liegen der Rentenversicherung nach eigenen Angaben "aufgrund der Neuartigkeit des Krankheitsbilds noch nicht vor". Zudem kämen unterschiedliche Studien "zu sehr unterschiedlichen Schätzungen für den Anteil der COVID-19-Erkrankten, die an langfristigen Auswirkungen der Krankheit leiden". Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte jedoch  kürzlich gesagt, dass in Deutschland etwa 350.000 Menschen an den Spätfolgen einer COVID-Infektion litten. Schätzungsweise jeder Zehnte der rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland, die eine COVID-19-Infektion hinter sich haben, kämpfe mit Nachwirkungen, so Karliczek.

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Autor

Stefan Thissen