Rente / 13.11.2017

DRV und DGUV gehen Bündnis ein

Gesetzliche Renten- und Unfallversicherer wollen bei der Beratung von Unternehmen zu Wiedereingliederung verstärkt kooperieren.

Berlin (sth). Die gesetzlichen Renten- und Unfallversicherungsträger wollen bei der Beratung von Firmen zu Prävention und betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM) verstärkt zusammenarbeiten. Das geht aus einer erst vor Kurzem bekannt gewordenen gemeinsamen Erklärung der Dachverbände beider Sozialversicherungsträger hervor, die offenbar bereits Ende vergangenen Jahres unterzeichnet wurde (siehe Link unten). Danach wollten die Deutsche Rentenversicherung (DRV) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in diesem Jahr mehrere Projekte zu BEM in Modellregionen fördern, eine abgestimmte Beratung in diesem Themenbereich erzielen und sich gegenseitig über entsprechende Veranstaltungen informieren. 

Die Partner seien sich bewusst, dass insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine "Kooperation in der Region wichtig" sei, heißt es in der Erklärung. Deshalb würden sie zunächst die drei bereits laufenden Modellregionen Baden-Württemberg, Braunschweig-Hannover und Westfalen fördern, "um kooperative Strukturen zu schaffen, Erfahrungen zu sammeln und Best Practice Beispiele später auf andere Regionen zu übertragen". Zudem sei ein gemeinsames Modellprojekt in Berlin Brandenburg geplant, so die Kooperationspartner.

Zehn Betriebe werden gemeinsam beraten

Um ihr Vorhaben an konkreten Beispielen festzumachen, wollten DRV und DGUV der Erklärung zufolge bereits im Jahr 2016 "mindestens zehn Betriebe" identifzieren, die zum Eingliederungsmanagement gemeinsam beraten werden. "Hierbei wird eine aktive Zusammenarbeit mit den Betriebs- und Werksärzten und der betrieblichen Beschäftigtenvertretung angestrebt". Darüber hinaus wolle man bei der Qualifizierung von Führungskräften und Multiplikatoren zusammenarbeiten und sich "bei Bedarf gegenseitig Referenten zur Verfügung stellen", heißt es in der Erklärung weiter.

Ende dieses Jahres sollen die bis dahin erzielten Ergebnisse bewertet und dann über eine Weiterentwicklung der Kooperation entschieden werden. Um die Zusammenarbeit zwischen beiden Sozialversicherungsträgern auch einem größeren Kreis bekannt zu machen, wurden oder werden die Ergebnisse aus den Modellprojekten bei größeren Veranstaltungen wie dem Arbeitsschutzkongress "A+A" Mitte Oktober in Düsseldorf oder Mitte Dezember beim Deutschen Betriebsrätetag in Bonn vorgestellt.  

Mehr zum Thema:

www.reha-recht.de

Link zur gemeinsamen Erklärung der Deutschen Renten- und Unfallversicherung (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen