Rente / 16.08.2018

DRV vereinfacht Rentenbescheide

Basisbescheid für die Rentenbewilligung hat seit April nur noch zwölf statt 18 Seiten. Projekt soll 2019 abgeschlossen werden.

Bad Homburg (drv/sth). Mit bis zu 21 Anlagen und manchmal an die 150 Seiten waren die Rentenbescheide bislang sehr umfangreich und häufig schwer verständlich. Deshalb vereinfacht die Deutsche Rentenversicherung gemeinsam mit Sprachberatern des Instituts für Verwaltungskommunikation (InVK) bei der Verwaltungshochschule in Speyer die Bescheide grundlegend und richtet sie auf die Sicht der Kunden aus.

"Eine große Herausforderung war es, dass die Änderungen im laufenden Betrieb mit Millionen Kunden vorgenommen werden mussten", beschreibt Sandra Skrzypale, Pressesprecherin der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern, stellvertretend für die Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und für die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) das Vorhaben. Das Ganze sei ein riesiges Modernisierungsprojekt, das schrittweise umgesetzt wird. Abgeschlossen sein soll die Überarbeitung der Rentenbewilligungsbescheide im nächsten Jahr.

Der neue Bescheid wird schlanker

Der bisherige Bescheid war ein Mammutwerk, das aus rund 10.000 Textbausteinen zusammengesetzt wurde. Für jeden denkbaren Versicherungsfall gab es einen vorgefertigten Text, der individuell und maschinell im Bescheid aufgenommen wurde. Alle diese Textbausteine sind nun sprachlich, inhaltlich und vom Aufbau her für den neuen Bescheid überarbeitet. Dieser wird deutlich vereinfacht.

Allein der Basisbescheid umfasste bislang 18 Seiten, mit der Reform sind es seit Ende März nur noch zwölf. Anlagen mit umfangreichen Zahlenkolonnen zur Berechnung der Rente fielen weg, die für Laien nicht immer nachvollziehbar waren. Sie wurden durch verständliche Erläuterungen ersetzt. "Von den seitenlangen Berechnungen fühlten sich viele Leute überfordert", sagt der Verwaltungswissenschaftler Burkhard Margies vom InVK. Daher laute das neue Motto: erläutern statt berechnen.

Wer diese Informationen jedoch im Einzelfall benötigt, kann sie schnell und unbürokratisch bei der Rentenversicherung anfordern. "Der Bescheid richtet sich jetzt mehr an Bürger statt an Juristen", fasst Sandra Skrzypale zusammen, „aber natürlich so, dass er auch von Richtern grünes Licht erhält und justiziabel bleibt.“ Jeder der bisher erfolgten Schritte habe zu sichtbaren und messbaren Verbesserungen für die Kunden geführt. Viele Orientierungshilfen erleichtern heute schon den Einstieg in den Bescheid.

Mehr zum Thema:

www.ihre-vorsorge.de

Link zu einem Bericht über die Antwort der Deutschen Rentenversicherung auf Kritik des Bundesverbandes privater Rentenberater an den neuen Bescheiden

Autor

 Deutsche Rentenversicherung