Rente / 13.12.2017

DRV weist Kritik an Rentnerausweis zurück

Künftiges Dokument im Scheckkartenformat ruft den Bundesrechnungshof auf den Plan. Rentenversicherung hält einmalige Kosten für angemessen.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat Kritik des Bundesrechnungshofs (BRH) am künftigen Ausweis der 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland zurückgewiesen. "Mit der Einführung des neuen Ausweises erfüllt die Rentenversicherung den Wunsch von vielen Rentnerinnen und Rentnern", heißt es in einer Antwort der 16 gesetzlichen Rentenversicherer auf den Vorwurf des BRH, für den ab Mitte 2018 geplanten neuen Rentnerausweis im Scheckkartenformat gebe es keinen Bedarf (siehe auch Link unten). Eine Kundenbefragung durch ein Marktforschungsinstitut habe "eindeutig ergeben, dass sich die Rentnerinnen und Rentner für einen stabilen und gut handhabbaren Ausweis aussprechen", so die DRV. Allein in der letzten Zeit hätten sie sich "tausendfach gemeldet".

Stabile Ausweise im Scheckkartenformat seien mittlerweile "Standard in Deutschland", verteidigen die Rentenversicherungsträger einen Beschluss des DRV-Bundesvorstands vom Mai 2016 – auch mit Blick auf die Ausweise anderer Sozialleistungsträger, beispielsweise der Krankenkassen, oder die Ausweise für schwerbehinderte Menschen. Die einmaligen Kosten von etwa 30 Cent pro Ausweis stünden "in einem angemessenen Verhältnis zu dem Nutzen für die Rentnerinnen und Rentner". Auch der Sozialverband SoVD sehe dringenden Handlungsbedarf, so die Rentenversicherung, "weil gerade ältere Menschen den bisherigen Ausweis nur schwer aus der Rentenanpassungsmitteilung ausschneiden können".

Ab Mitte 2018 will die Deutsche Rentenversicherung allen Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland einen neuen folienverstärkten Ausweis ausstellen. Dieser ist oft nötig, um Vergünstigungen zu erhalten – etwa bei kulturellen Veranstaltungen oder im öffentlichen Nahverkehr. Zurzeit ist der Ausweis aus Papier und muss ausgeschnitten werden. Er geht den Ruheständlern mit dem Rentenbescheid und jedes Jahr im Juli mit der Mitteilung zur Rentenanpassung zu. Der neue Ausweis kann leicht aus dem Schreiben herausgelöst werden. Er enthält den Namen, das Geburtsdatum und die Versicherungsnummer der Rentnerin oder des Rentners.

Mehr zum Thema:

www.bundesrechnungshof.de

Link zu den "Bemerkungen" 2017 des Bundesrechnungshofs zum geplanten neuen Rentnerausweis (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen