Finanzen / 31.07.2019

E-Autos mit Steuerspar-Turbo

Regierung bringt Steuerpaket zur Förderung von E-Autos auf den Weg und verlängert Dienstfahrrad-Regelung.

Autobahn – Bildnachweis: gettyimages.de © Norbert Breuer / EyeEm

Berlin (dpa/mjj) Die Bundesregierung will ein milliardenschweres Steuerpaket zur Förderung der Elektromobilität auf den Weg bringen. Ziel ist es, den Absatz von E-Autos anzukurbeln. Dazu will das Kabinett heute einen Gesetzentwurf beschließen. Konkret geht es um Sonderabschreibungen für Elektro-Lieferfahrzeuge sowie um eine Verlängerung eines Steuerprivilegs für Elektroautos als Dienstwagen. Außerdem sind steuerliche Verbesserungen bei Job-Tickets geplant.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte bereits angekündigt, er wolle Elektroautos länger staatlich fördern als bislang geplant. Zwar sind die Neuzulassungen von E-Autos zuletzt gestiegen, sie bewegen sich aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. Eine stärkere Förderung der E-Mobilität ist auch Teil der Anstrengungen der Bundesregierung für mehr Klimaschutz.

E-Autos sollen schneller auf dem Gebrauchtwagenmarkt ankommen

Seit Anfang 2019 gibt es für Arbeitnehmer, die ihr E-Auto als Firmenwagen privat nutzen, eine Sonderregelung. Statt monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil zu versteuern, gilt für Elektro- und Hybridfahrzeuge ein halbierter Satz von 0,5 Prozent. Diese Regelung aber läuft Ende 2021 aus. Hybridautos kombinieren einen E-Antrieb mit einem Verbrennungsmotor.

Die Dienstwagen-Sonderregelung soll nun bis zum Jahr 2030 verlängert werden. Dies soll die Planungssicherheit erhöhen. Scholz sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Förderung der Dienstwagen sei "echte Industriepolitik" zugunsten des Klimas. "Wir tun dies auch, damit schneller mehr Elektrofahrzeuge auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen."

Sind E-Autos besser für die Umwelt?

Nach einer Studie des Bundesumweltministeriums wird ein 2025 zugelassenes Elektrofahrzeug über seine gesamte Nutzungsdauer 32 Prozent weniger CO 2-Emissionen als ein moderner Diesel verursachen. Verglichen mit einem Benzinauto seien es sogar 40 Prozent. Dabei geht das Ministerium davon aus, dass sich die Effizienz der Motoren und der Energiemix in Deutschland zugunsten von erneuerbaren Energien verbessert.

Allerdings sei der Rohstoffaufwand bei Elektroautos höher als bei konventionellen Fahrzeugen, ebenso die Masse des insgesamt ausgestoßenen Feinstaubs. "Elektrofahrzeuge sind kein Allheilmittel, um den Straßenverkehr klima- und umweltfreundlich zu gestalten. Eine lebenswerte Stadt braucht nicht zuletzt mehr öffentliche Verkehrsmittel, mehr Radverkehr und kurze Wege zwischen Arbeiten, Wohnen und Versorgung", resümieren die Autoren.

Dienstfahrrad: Das Finanzamt tritt mit in die Pedale

Auch deswegen sollen Steuervorteile von Diensträdern verlängert werden. Die kostenfreie Überlassung eines Dienstfahrrades auch für private Zwecke ist für den Beschäftigten seit 2019 steuerfrei. Dies ist bisher bis Ende 2021 befristet und soll bis Ende 2030 verlängert werden.

Damit Arbeitnehmer verstärkt öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen nutzen, plant Scholz zudem steuerliche Verbesserungen beim Job-Ticket. Geplant ist eine neue Pauschalbesteuerung ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale. Durch die neue Möglichkeit soll dem Arbeitgeber die Möglichkeit gegeben werden, die Akzeptanz von Job-Tickets zu erhöhen.

Autor

 Deutsche Presseagentur