Soziales / 03.01.2019

Ein Urgestein in der Diskussion

100 Jahre Achtstundentag. Während Arbeitgeber für flexiblere Arbeitszeiten werben, heißt es von Gewerkschaftsseite „keine Experimente“

Junges Paar im Business-Outfit eilt an einer großen Wanduhr vorbei. Bild: gettyimages © ONOKY - Eric Audras

Berlin (dpa). Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat sich für flexiblere Arbeitszeiten ausgesprochen. Das Arbeitszeitgesetz müsse den Realitäten im 21. Jahrhundert angepasst werden, sagte Kramer der Deutschen Presse-Agentur: „Wir müssen den Rahmen neu justieren, in dem sich die Unternehmen bewegen können. Es geht nicht um Mehrarbeit, es geht um flexiblere Lösungen durch Wochenarbeitszeit, also einen Tag länger, einen Tag kürzer arbeiten.“

Arbeitgeberpräsident kritisiert Arbeitszeitgesetz

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände kritisierte außerdem, in Deutschland sei im Arbeitszeitgesetz eine Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen von elf zusammenhängenden Stunden festgelegt: „Das lässt sich in einer digital und international vernetzen Welt der Wirtschaft aber nicht jeden Tag einhalten. Das heißt, es wird in der Praxis längst anders gehandelt – und das wird von den Arbeitnehmern mit Familie und Home Office auch gewünscht.“

DGB warnt vor Aufweichung des Achtstundentags

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte vor einer Aufweichung des Achtstundentags gewarnt. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hatte im November der dpa gesagt, dieser stehe zwar heute für viele Beschäftigte nur auf dem Papier, weil sie deutlich länger arbeiteten und auch in der Freizeit oft erreichbar sein müssten.

Deshalb seien aber auch bei mobiler Arbeit oder Arbeit im Home Office Regeln zur Einhaltung des Achtstundentags und „keine Experimente zu einer noch stärkeren Ausweitung der Arbeitszeiten“ nötig.

Der Achtstundentag in Deutschland war vor 100 Jahren eingeführt worden.

Autor

 Deutsche Presseagentur