Rente / 25.05.2018

Eine Million Anträge auf Rente mit 63

Zeitung: Bis April 2018 beanspruchten 1,005 Millionen Arbeitnehmer die Altersrente nach 45 Jahren Beitragszeit.

Berlin (dpa). Knapp vier Jahre nach der Einführung haben mehr als eine Million Menschen eine abschlagsfreie Rente mit 63 beantragt. Davon bewilligt wurden zwischen dem Inkrafttreten im Juli 2014 und Ende April dieses Jahres rund 985.000 Anträge, wie die Deutsche Rentenversicherung und das Bundessozialministerium am Donnerstag bestätigten. Die Erwartungen der Regierung hatten etwas darunter gelegen. "Es wird von etwa 200 000 Fällen je Jahr ausgegangen", stand im Gesetzentwurf. 2014 nahmen 151.000 diese Rente in Anspruch, 2015 waren es 274.000 und im Jahr darauf 225.000.

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann seit Juli 2014 mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Allerdings wird diese Altersgrenze seit 2016 pro Jahr um zwei Monate angehoben, so dass die Jahrgänge ab 1964 erst mit 65 nach 45 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand gehen können. Phasen von Arbeitslosigkeit werden angerechnet, ebenso Zeiten der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen. Nicht berücksichtigt werden etwa Anrechnungszeiten wegen Schul- oder Hochschulbesuchs.

Die Kosten für die Rente mit 63 belaufen sich den Angaben zufolge inzwischen auf 1,3 Milliarden Euro im Monat. Im Juni 2014, dem letzten Monat vor Einführung der Rente mit 63, zahlte die Rentenversicherung nur 62,6 Millionen Euro an Renten für "besonders langjährig Versicherte" mit mehr als 45 Beitragsjahren aus.

Das Bundessozialministerium betonte, in den Bewilligungszahlen enthalten seien auch all jene, die bereits nach altem Recht im Alter von 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen konnten. "Insgesamt bewegen sich die Zugänge im erwartbaren Rahmen." Die monatlichen Ausgaben umfassen laut Ministerium alle Rentenempfänger dieser Leistungsart. Die Betroffenen wären im Alter von 65 Jahren sowieso in Rente gegangen. Die Ausgaben über mehrere Jahre und alle Teilgruppen hinweg als "Kosten der Rente ab 63" anzugeben, sei unzulässig. Im Gesetzentwurf war die Regierung von Mehrkosten von 2 Milliarden Euro im vergangenen und 1,9 Milliarden im laufenden Jahr ausgegangen.

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 Deutsche Presseagentur