Rente / 21.12.2017

Einnahmen-Boom in den Rentenkassen

Zuflüsse aus Beiträgen von Arbeitgebern und Beschäftigten stiegen im November gegenüber dem Vormonat um mehr als fünf Milliarden Euro.

Berlin (sth). Der Einnahmen-Boom in den Kassen der 16 gesetzlichen Rentenversicherer hält unvermindert an. Wie aus den jetzt veröffentlichten Daten der Deutschen Rentenversicherung für den Monat November hervorgeht, wuchsen allein die Einnahmen aus den Pflichtbeiträgen von Arbeitgebern und Beschäftigten gegenüber dem Vormonat um mehr als 5,1 Milliarden auf 21,7 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich legten die November-Einnahmen um fast eine Milliarde Euro zu. In den ersten elf Monaten des Jahres kletterten die Beitragseinnahmen den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 8,9 Milliarden auf knapp 205,3 Milliarden Euro.

Auch die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage – das Finanzpolster der Rentenversicherer – machte im November einen Sprung. Es wuchs, vor allem wegen des in vielen Betrieben gezahlten Weihnachtsgeldes, gegenüber dem Vormonat um mehr als 4,5 Milliarden auf 32,85 Milliarden Euro. Das entspricht 1,59 Monatsausgaben. Da die Finanzexperten der Rentenversicherer den gleichen Wert auch für den Monat Dezember erwarten, wird die Nachhaltigkeitsrücklage damit am Jahresende voraussichtlich zum sechsten Mal in Folge über der gesetzlich vorgesehenen Höchstgrenze von 1,5 Monatsausgaben liegen. Die Finanzentwicklung während des zu Ende gehenden Jahres zeigt aber auch, dass die vorgeschriebene Mindestrücklage in den Rentenkassen von 0,2 Monatsausgaben im Falle einer Konjunkturkrise zu knapp bemessen ist.

Da die jüngsten Konjunkturprognosen auch für das kommende Jahr auf weiterhin deutlich steigende Beitragseinnahmen – und eine Rücklage von erneut mehr als 1,5 Monatsausgaben – hinweisen, hatte die Bundesregierung vor Monatsfrist eine Senkung des Rentenbeitrags ab Januar auf 18,6 Prozent angekündigt. Dieser Satz wird laut Berechnungen des Schätzerkreises für die Rentenversicherung bis 2022 konstant bleiben und im Jahr 2023 erneut auf den derzeitigen Wert von 18,7 Prozent steigen. Bis 2030 erwarten die Rentenversicherer dann aufgrund einer stark steigenden Zahl von Rentnerinnen und Rentnern eine schrittweise Beitragserhöhung auf 21,6 Prozent.

Autorenbild

Autor

Stefan Thissen