Gesundheit / 21.01.2020

Epidemien: Wenn Krankheiten um sich greifen

Sars, Schweinegrippe, BSE – wenn Krankheiten um sich greifen, spricht man von Epidemien. Gerade breitet sich in China eine Lungenkrankheit aus.

Bild zum Thema Epidemien: Wenn Krankheiten um sich greifen. – Forschungslabor.

Berlin (dpa). In China breitet sich eine neue Lungenkrankheit aus, Reisende haben das Virus auch schon in andere Länder getragen. Das weckt Erinnerungen an den Beginn anderer Epidemien. Eine Auswahl:

MERS (Middle East Respiratory Syndrome)

Das Virus, das Mers verursacht, wurde zum ersten Mal 2012 bei einem Mann in Saudi-Arabien gefunden. Es zählt – wie das aktuell in China kursierende Virus – zu den Coronaviren und kann schwere Atemwegsinfektionen verursachen. Bei einem Ausbruch in Südkorea im Jahr 2015 starben 38 Menschen. Als Hauptträger des Virus gelten Kamele. Von ihnen gibt es weiterhin Übertragungen auf den Menschen, vor allem in Saudi-Arabien. In einigen Fällen wurde das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen.

SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)

Bei der Sars-Pandemie 2002/2003 erkrankten nach dem ersten Ausbruch in China weltweit mehr als 8.000 Menschen – in rund 30 Ländern und auf sechs Kontinenten. Wahrscheinlich sprang der Erreger von Tieren auf den Menschen über. Er verbreitete sich über Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen. Rund 800 Menschen starben an der schweren Atemwegserkrankung. Auch das aktuell kursierende Virus ist ein Sars-Virus, es betrifft aber wohl nur die unteren Atemwege – Betroffene müssen nicht niesen – und ist nach derzeitiger Einschätzung von Experten weniger ansteckend.

Schweinegrippe

Der neuartige H1N1-Subtyp verursachte im Jahr 2009 eine Grippe-Epidemie mit etlichen Todesfällen. Ihren Ursprung hatte sie in Mexiko. Inzwischen ist die Schweinegrippe Teil des saisonalen Grippegeschehens.

BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie)

In Deutschland wurde die Bovine spongiforme Enzephalopathie Ende 2000 erstmals bei einer hierzulande geborenen Kuh nachgewiesen. Sie sorgt für eine Rückbildung der Gehirnsubstanz bei Rindern. Als Auslöser gelten falsch gefaltete Eiweißmoleküle. Übertragen wurde der Erreger durch das Verfüttern von Tiermehl und -fett. Beim Menschen kann der BSE-Erreger eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verursachen. Durch das Verfütterungsverbot von tierischem Eiweiß, das 2001 europaweit in Kraft trat, wurden Neuinfektionen unterbunden.

Autor

 Deutsche Presseagentur