Rente / 02.11.2021

Erneut mehr Witwer mit Anspruch auf Rente

Etwa 713.500 Ehemänner verstorbener Frauen bekamen 2020 eine Hinterbliebenenrente überwiesen – gut ein Viertel mehr als zehn Jahre zuvor.

Bild zum Beitrag "Deutlich mehr Männer erhalten Witwerrente". Das Bild zeigt einen Mann mittleren Alters, der melancholisch aus dem Fenster schaut.

Berlin/Bad Homburg (sth). Der seit 20 Jahren erkennbare Trend, dass mehr Männer nach dem Tod ihrer Ehepartnerin Anspruch auf eine gesetzliche Witwerrente haben, hat sich weiter leicht verstärkt. Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung  stieg die Zahl der männlichen Bezieher einer Hinterbliebenenrente im Jahr 2020 auf insgesamt rund 713.500. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 1.700 oder rund 0,2 Prozent. Zehn Jahre zuvor hatten erst knapp 560.000 Witwer eine von ihrer Frau abgeleitete Rente erhalten, zu Beginn des Jahrhunderts waren es nur etwa 358.000. Durchschnittlich erhielten die Berechtigten den Angaben zufolge im vergangenen Jahr monatlich etwa 375 Euro (netto). Die relativ geringe Höhe ist vor allem darauf zurückzuführen, dass bei etwa 85 Prozent aller Witwer eigenes Einkommen angerechnet werden musste.   

Bei den Witwenrenten ist dagegen im gleichen Zeitraum eine rückläufige Entwicklung zu beobachten. Laut aktuellen Rentenversicherungsdaten ging die Zahl der gezahlten Hinterbliebenenrenten an Frauen seit 2000 von etwa 5,14 Millionen bis auf 4,55 Millionen im Jahr 2020 zurück – ein Minus von etwa 591.600 oder 11,5 Prozent. Im Durchschnitt bekamen Witwen im vergangenen Jahr 698 Euro monatlich (netto) überwiesen. 

Weiter rückläufig ist nach Angaben der Rentenversicherung die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen des Todes von einem oder beiden Elternteilen Anspruch auf eine Waisenrente haben. Im Jahr 2020 bekamen etwa 290.000 Mädchen, Jungen und junge Erwachsene eine Hinterbliebenenrente gezahlt – etwa 98 Prozent von ihnen eine Halbwaisenrente von im Schnitt 204 Euro monatlich (Vollwaisenrenten waren etwas mehr als doppelt so hoch, d. Red.). Ebenfalls weiter gesunken ist die Zahl der Frauen und Männer, die wegen des Todes ihres geschiedenen Ex-Partners Anspruch auf eine Erziehungsrente haben: Genau 7.562 dieser Renten wurden 2020 noch gezahlt – im Jahr 2005 waren es noch knapp 11.000.

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Autor

Stefan Thissen