Rente / 26.04.2018

Erster Schritt der letzten Etappe

Am 1. Juli beginnt der 7-stufige Weg zur Angleichung der Ost-Rentenansprüche an das Westniveau.

Berlin (sth). Mit der am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossenen Rentenanpassung 2018 beginnt die letzte Etappe auf dem Weg zur Renteneinheit in Deutschland. Durch die Anhebung des sogenannten aktuellen Rentenwerts in den neuen Ländern um 3,37 Prozent erreichen die ostdeutschen Renten ab dem 1. Juli 95,8 Prozent des West-Rentenwerts. Da die Lohnentwicklung in den neuen Ländern tatsächlich noch geringfügig günstiger war, als vom Gesetz zur Rentenüberleitung mindestens vorgesehen ist, steigt der Rentenwert Ost statt auf 30,68 Euro noch um einen Cent höher. 

Mit dem im vergangenen Jahr von der alten Groko beschlossenen "Rentenüberleitungsabschlussgesetz" wurde geregelt, dass der aktuelle Rentenwert (Ost) ab dem 1. Juli 2018 in sieben Schritten – ab 2019 jeweils um mindestens 0,7 Prozentpunkte – stärker als der West-Wert steigt und spätestens am 1. Juli 2024 den aktuellen Rentenwert erreichen wird. Ab diesem Zeitpunkt werden die Renten in ganz Deutschland damit nach demselben Verfahren berechnet. Sofern die Lohnentwicklung in den neuen Ländern zwischenzeitlich positiver ausfällt, könnte dies aber schon früher der Fall sein.

Faktoren der Rentenanpassung 2018

Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt 2,93 Prozent in den alten Ländern und 3,06 Prozent in den neuen Ländern. Sie basiert auf der vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Lohnentwicklung nach der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR), wobei der Einfluss der sogenannten Ein-Euro-Jobs nicht berücksichtigt wird. Darüber hinaus wird die beitragspflichtige Verdienstentwicklung der Versicherten berücksichtigt. Sie ist die für die tatsächlichen Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidend.

Neben der Lohnentwicklung wird durch den Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenanpassungsformel die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern zu Beitragszahlern berücksichtigt. In diesem Jahr wirkt sich der Nachhaltigkeitsfaktor mit +0,29 Prozentpunkten positiv auf die Rentenanpassung aus. Außerdem wird durch den so genannten Faktor Altersvorsorgeaufwendungen (AVA) die Veränderung der Aufwendungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Aufbau ihrer Altersvorsorge auf die Rentensteigerung übertragen. Da sich der Rentenbeitrag im vergangenen Jahr jedoch nicht verändert hat und die sogenannte Riester-Treppe bereits 2013 letztmals auswirkte, hat auch der Faktor AVA in diesem Jahr keine Bedeutung für die Rentenanpassung.

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Autor

Stefan Thissen