Gesundheit / 05.11.2018

Erwachsene mit ADHS

Experte: Nur die Hälfte der Erwachsenen mit ADHS will eine Behandlung. Pillen müssen nicht sein.

Hannover (dpa/lni). Es ist die häufigste psychische Erkrankung im Kinder- und Jugendalter – doch bei Erwachsenen wird ADHS immer noch vergleichsweise selten diagnostiziert. Immerhin gibt es erste Selbsthilfegruppen in Niedersachsen, im Kreis Schaumburg etwa finden sich seit Frühjahr Betroffene in einer solchen Gruppe zusammen, um sich über ihr Schicksal und über Behandlungsmöglichkeiten auszutauschen.

Es gibt bisher nur wenige Selbsthilfegruppen für Erwachsene mit ADHS

Doch solche Selbsthilfeangebote für Erwachsene mit ADHS gibt es nach Angaben von Experten noch lange nicht überall. Studien zufolge leiden etwa drei Prozent der Erwachsenen unter einem Aufmerksamkeitsdefizit und einer Hyperaktivitätsstörung oder unter einem von beidem, wie der Sprecher des Neurozentrums am Universitätsklinikum des Saarlandes, Michael Rösler, sagt.

„Allerdings wollen nur maximal 50 Prozent der Betroffenen eine Behandlung haben“, sagte der Psychiater.

Eine Therapie ist nicht immer nötig

Eine Therapie sei nur erforderlich, wenn Patienten aufgrund von ADHS eine Einschränkung in ihrem Lebensalltag spürten, etwa Probleme bei der Ordnung und Strukturierung ihrer Aufgabe hätten.

„Dann müssen aber nicht automatisch Pillen verschrieben werden“, betonte der Fachmann. Häufig helfe schon Aufklärung über die Ursachen der Krankheit und konkrete Anleitungen für den Alltag.

Autor

 Deutsche Presseagentur – Landesdienst Niedersachsen