Rente / 18.06.2021

Erwerbsminderungsrenten: Stabiler Anteil der Psyche

Bundesregierung: 41,7 Prozent der 2020 neu bewilligten Frührenten waren auf eine seelische Störung zurückzuführen. Frauen deutlich stärker betroffen.

Bild zum Beitrag "Erwerbsminderungsrenten: Stabiler Anteil der Psyche". Das Bild zeigt eine Frau, die ihre Hände an die Stirn drückt.

Berlin (sth). Psychische Erkrankungen bleiben die mit Abstand wichtigste Ursache von gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten. Wie aus der am Donnerstag veröffentlichen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht, lag der Anteil der aufgrund einer seelischen Störung bewilligten Frührenten im Jahr 2020 wie im Vorjahr bei 41,7 Prozent. Die Zahl der durch eine psychische Erkrankung ausgelösten Erwerbsminderungsrenten war nach neuen Daten der Deutschen Rentenversicherung mit rund 66.800 (ohne Suchterkrankungen) offenbar geringfügig niedriger als im Jahr 2019. Genauere Daten dazu stehen allerdings noch aus.

Bei den Anteilen psychischer Störungen als Ursache einer Erwerbsminderungsrente gibt es schon lange einen erheblichen Geschlechter-Unterschied: Während Männer nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung "nur" zu etwa 35 bis 36 Prozent wegen Burn-Out, Depression oder einer anderen Form von seelischer Krankheit den Beruf aufgeben müssen, sind es bei Frauen seit Jahren nahezu die Hälfte. 

Ein wesentlicher Grund für die Zunahme des Frauenanteils ist laut der Regierungsantwort, "dass Frauen in den alten Bundesländern aufgrund der gestiegenen Erwerbsbeteiligung und der verbesserten Anerkennung von Kindererziehungszeiten" für vor 1992 geborene Kinder häufiger die rentenrechtlichen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente erfüllten als in der Vergangenheit. "Wegen der höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen in den ostdeutschen Bundesländern ist dort keine entsprechend ausgeprägte Veränderung erkennbar", heißt es ergänzend.

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Autor

Stefan Thissen