Soziales / 19.08.2020

Erwerbstätigkeit: stärkster Rückgang seit 1990

Weniger Arbeitnehmer, weniger Selbstständige: Die Zahl der Erwerbstätigen ist im vergangenen Quartal um mehr als 600.000 Menschen gesunken.

Zwei Gruppen von menschlichen Spielzeugfiguren, Blick von oben.

Wiesbaden (destatis). Rund 44,7 Millionen Menschen waren im 2. Quartal 2020 mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das ergaben vorläufige Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Demnach sank die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum 1. Quartal 2020 saisonbereinigt um 618.000 Personen oder 1,4 Prozent und damit so stark wie noch nie seit der deutschen Vereinigung. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, ging die Zahl der Erwerbstätigen im 2. Quartal 2020 saisonbereinigt ebenfalls um 1,4 Prozent oder 634.000 Personen zurück.

Weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, weniger Selbstständige

Der Rückgang der Erwerbstätigkeit geht zu gut drei Vierteln auf den Rückgang der Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zurück, die sich im 2. Quartal 2020 im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 434.000 (-1,1 Prozent) auf 40,64 Millionen Personen verringerte. Diese Entwicklung basierte sowohl auf Rückgängen bei der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten als auch bei der Zahl der Beschäftigten mit ausschließlich marginalen Tätigkeiten (geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Personen in Arbeitsgelegenheiten).

Der Rückgang von selbstständiger Tätigkeit setzte sich im 2. Quartal 2020 verstärkt fort: Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 140.000 Personen (-3,4 Prozent) auf 4,02 Millionen.

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