Rente / 06.03.2018

Fast 290.000 Beschäftigte über 65 Jahre

Bundesagentur für Arbeit: 63.500 Arbeitnehmer stiegen im Juni 2017 ab der Regelaltersgrenze aus dem Job aus – die anderen arbeiteten weiter.

Nürnberg (sth). Auf dem deutschen Arbeitsmarkt finden immer mehr Beschäftigte auch über das 65. Lebensjahr hinaus eine sozialversicherungspflichtige Arbeit – und erreichen damit mindestens das abschlagsfreie reguläre Rentenalter. Nach den jüngsten verfügbaren Daten der Bundesagentur für Arbeit zahlten im Juni 2017 fast 288.000 Arbeitnehmer auch über die frühere Regelaltersgrenze hinaus Sozialbeiträge und steigerten damit ihre Rentenansprüche. Rund 63.500 davon beendeten der amtlichen Statistik zufolge bei Erreichen der persönlichen Regelaltersgrenze das Arbeitsleben (siehe auch Link unten).

Auch bei den 60- bis 64-Jährigen setzt sich der Beschäftigtenzuwachs – trotz der abgesenkten Altersgrenze für Arbeitnehmer mit mindestens 45 Beitragsjahren – seit Ende 2015 wieder verstärkt fort. Im zweiten Quartal des vergangenen Jahres registrierten die Statistiker in dieser Altersgruppe fast 75.000 Versicherungspflichtige mehr als im Vorquartal. Im ersten Quartal 2017 und im vierten Quartal 2016 hatte es Zuwächse von jeweils rund 25.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gegeben.

Diese Zahlen decken sich mit Beobachtungen der Deutschen Rentenversicherung zum Renteneintrittsverhalten. So nehmen seit Beginn des Jahrzehnts immer weniger Arbeitnehmer Abschläge auf ihre Rente in Kauf, um vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden zu können. 2011 gingen noch 48,2 Prozent der Neurentnerinnen und -rentner vor ihrer Regelaltersgrenze in Rente – im Durchschnitt rund drei Jahre früher. Im Jahr stiegen 2016 nur noch 25,2 Prozent der Beschäftigten – durchschnittlich um gut zwei Jahre – vorzeitig aus.

Mehr zum Thema:

https://statistik.arbeitsagentur.de

Link zur Übersicht der Bundesagentur für Arbeit über die Beschäftigtenstruktur nach Altersgruppen (Stand: Juni 2017 – im Excel-Format)

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Autor

Stefan Thissen