Rente / 28.04.2020

Fast 42 Prozent arbeiten bis zur Altersrente

Anteil der noch unmittelbar vor dem Rentenbeginn versicherungspflichtig Beschäftigten hat sich seit 2010 verdoppelt.

Mann schleift Gestell eines Holztisches ab. – Bildnachweis: gettyimages.de © PeopleImages

Bad Homburg (sth). Der bis vor wenigen Wochen anhaltende Beschäftigungszuwachs auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch bei älteren Arbeitnehmern positiv bemerkbar gemacht. Fast 328.000 der mehr als 784.000 Frauen und Männer, die 2018 in die Altersrente gingen, waren nach Daten der Deutschen Rentenversicherung bis zum Beginn ihres Ruhestands – oder bis kurz davor – versicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 41,8 Prozent aller neuen Altersrentenempfänger. Im Jahr 2017 waren knapp 40 Prozent der Beschäftigten bis zum Rentenstart berufstätig, 2008 nur 17,2 Prozent.

Die Zahl der bis zur Rente versicherungspflichtig Beschäftigten kletterte demnach innerhalb der vergangenen zehn Jahre von etwa 122.000 fast um das 2,7-fache; im Jahr 2017 hatte sie erstmals die Marke von 300.000 überstiegen. Besonders stark wuchs die Zahl der vor dem Ruhestand arbeitenden Arbeitnehmer den Statistikern zufolge ab 2013: In den folgenden fünf Jahren registrierten sie eine Verdoppelung. In diesen Zahlen nicht enthalten sind die 51.000 Neurentner des Jahres 2018, die Ende 2017 noch in einem Altersteilzeitverhältnis gestanden hatten: Sie werden von der Rentenversicherung separat erfasst. Ihr Anteil an den Neurentnern lag demnach bei 6,5 Prozent. 

40 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen bis zur Rente "stabil" beschäftigt

Auch nach Geschlechtern getrennnt unterscheidet sich die Situation der Beschäftigten vor Rentenbeginn kaum: Knapp 43 Prozent der männlichen Neurentner des Jahres 2018 arbeiteten nach Angaben der Rentenversicherung bis zur ersten Rentenzahlung, bei den Frauen waren es knapp 41 Prozent. Allerdings bedeutet dies laut einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen nicht, dass alle vor Rentenbeginn aktiven Arbeitnehmer auch in einer "stabilen" Beschäftigung arbeiteten – also in den letzten Jahren vor Renteneintritt durchgehend beschäftigt waren. Während dies für Männer laut IAQ im Jahr 2017 auf 40 Prozent der Neurentner zutraf, waren es bei den Frauen nur 30 Prozent.

Die letzten verfügbaren Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) lassen erwarten, dass der Anteil der bis zur Rente Beschäftigten auch 2018 weiter gewachsen ist. Zwischen September 2017 und September 2018 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 60 bis unter 65 Jahren demnach um fast 170.000 auf knapp 2,33 Millionen. Auch in der Altersgruppe der über 65-Jährigen zählte die BA im September 2018 erneut fast 40.000 Versicherte mehr als ein Jahr zuvor – insgesamt knapp 340.000.

Mehr zum Thema:

www.iaq.uni-due.de

Altersübergangsreport 2/2019 des IAQ an der Universität Duisburg-Essen (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen